URLAUBSSPERRE
»Und du fährst einfach nach Gran Canadia«, lappt Rocko. Ich musste ihm das schließlich sagen, weil er nicht in der Wohnung bleiben kann, wenn ich währenddessen wegwärts außer Haus bin. Ich möchte im Ausland nicht von der Vorstellung heimgesucht werden, nach meiner Heimkehr fremdes Frauenhaar aus meinem Bett klauben zu müssen. Der Eifersucht´ Zenit ist überschritten, mich agitiert nur noch die Selbstachtung. Man überlässt einem Mann so viel und trotzdem kommt man am Ende mit Krümeln zum Schluss. Sowenig übrig bleibt von einer für alle.
Eine Fortsetzungsgeschichte von TANJA und JAMAL TUSCHICK
Fernsehverbot für den Verfassungsschutz
Das Fernsehen gibt uns immer wieder Rätsel auf. Ich frage mich beispielsweise seit Jahren, wer eigentlich die Live-Übertragungen aus dem Bundestag kuckt? Alle paar Monate schluchzen Statistiker eine neue Studie in die ignorante Öffentlichkeit, wie hirntot die Deutschen gegenüber der Politik sind. Und dann Parlamentsdebatten? Live? Im Fernsehen? Wer die 14- bis 49-Jährigen wirklich kriegen will – mit einer Doku-Soap vom letzten Paläontologen-Kongress hätte er bessere Chancen.
Eine Kolumne von MATHIAS TRETTER
Der sanfte Aufklärer
Albrecht Puhlmann ist Unrecht geschehen. Er hatte das Pech, dass ein paar selbstverschuldete Fehler und ein paar Schnitzer, wie sie an jedem Theater passieren, just zu einem Zeitpunkt zusammenkamen, als sein Vertrag vor der möglichen Verlängerung stand. Gleich danach lieferte er eine Serie von Leistungen, mit denen sich die Stuttgarter Oper im nationalen und internationalen Vergleich sehen lassen konnte. Für Puhlmann persönlich ist die Entlassung eine berufliche und menschliche Tragödie. Aber wen interessiert schon das Schicksal eines in Misskredit Geratenen. Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg ist ein Waisenkind. Und das Publikum ist hartherzig. Von THOMAS ROTHSCHILD
Ein Jahr lang Frühling
Der arabische Raum war in den vergangenen Monaten in den deutschen Medien so präsent wie selten zuvor. Fast unvermeidlich, dass sich die Veränderungen dort nach angemessener Frist auch in Buchveröffentlichungen niederschlagen wie jetzt in Der Aufstand des Berliner Politikwissenschaftlers Volker Perthes. Von PETER BLASTENBREI
Anarchischer Moment der Glückseligkeit
Es gab zwar Zeiten, da hatte mittags in deutschen Mietshäusern Ruhe zu herrschen. Zwischen eins und drei wurde nicht gespielt, weder Ball im Hof noch Klavier im Haus. Heute ist Mittagsschlaf etwas, das die jüngsten Mitbürger müssen (meistens gegen kreischenden Widerstand) und nur die älteren dürfen (oft mitleidig belächelt). Für alle anderen gilt: Schlafen kann man, wenn man tot ist, wir haben Leistungsgesellschaft. Frühe Lärmschutzverordnung, lasterhafter Müßiggang – hierzulande scheint die Siesta von einem unfrohen Geist beseelt. Thierry Paquot treibt ihn mit Die Kunst des Mittagsschlafs genüsslich aus. Von PIEKE BIERMANN
Kein echter Bösewicht
Nach dem Mord an einem Zollbeamten unweit der Zollstation Konstanz/Kreuzlingen am Bodensee ermitteln Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) in diversen Milieus. Am Grenzübergang zeigt die Kamera Steuerbetrüger, die ihr Ererbtes, Erspartes, Ergaunertes in die vermeintlich sicheren Gefilde der Schweiz schmuggeln, ökonomisch gesehen geht es um »Peanuts«. Die Ermittlungen führen zu einem Eishockeyclub, in anrüchige Autohändler- und Bankerkreise, in die bigotte vornehme Welt, auch ins persönliche Umfeld einiger Zollbeamter. Urs Roettli (Urs Jucker), Schweizer Banker, neigt zu der Einsicht: Das Böse ist immer und überall. »Ihr Deutschen kriegt den Hals einfach nicht voll, oder?« Von WOLF SENFF
Griechenland als vielfaches Paradigma
Es gibt Künstler, die zu ihrer Berufung & Meisterschaft finden, indem sie die kollektive Geschichte ihrer sozialen & kulturellen Heimat zum Gegenstand ihres Oeuvres machen. Theo Angelopoulos war so einer: der moderne Epiker Griechenlands, sein zeitgenössischer Homer & Sophokles; denn der filmische Epiker war auch zugleich dramatischer Tragiker in der Nachfolge der antiken Größen. Der Landvermesser seines Heimatlandes. Von WOLFRAM SCHÜTTE
Kunst gegen Krise
Das Interview mit dem Regisseur, Drehbuchautor und Produzenten führte LIDA BACH.
Life and Death of a Hollywood Extra
»Rede!« – »Ich werde nichts sagen!« Blitz! Schock! Flackern! Noch höher drehen die russischen Schurken die Stromzufuhr des Folterstuhls, auf dem ihr Gefangener sich windet. »Rede!« Aber der schneidige Spion im Abendanzug schweigt, noch unbarmherziger, als seine Gegner ihm Volt durch das Gehirn jagen. Wird er nachgeben? Niemals! Nicht als er hilflos in den Fängen einer feindlichen Maschinerie feststeckt, nicht als er in eine düstere Zelle geworfen wird, nicht als er einsam dem Ende entgegensieht. »Rede!« ist die Anfangsszene von The Artist. Szene, nicht Anfangsdialog. Ein solcher existiert nicht in Michel Hazanavicius Kinokunstwerk. Von LIDA BACH
»Es ist die reinste Form eine Geschichte zu erzählen.«
Interview mit dem Regisseur des Stummfilms The Artist, Michel Hazanavicius. Von LIDA BACH
In search of the new blue
Ein Update beachtenswerter Veröffentlichungen im Bereich: Singer-/Songwriter – Female. Starke Frauen mit gefühlvollen Songs jenseits der simplen Pop-Formel. Von TOM ASAM
Sexy Ziellosigkeit
Dank eines konsequent vollzogenen Jahresabschlusses ist wieder Platz im Schrank für neue Scheiben. DAVID EISERT fängt mal hiermit an.
Beseelt
Zwei genreübergreifende Stilmixe, in deren Zentrum das Echo großer Soulzeiten nachklingt. Von TOM ASAM
Eine Entdeckung
Eine ganz außergewöhnliche CD, die im Massenangebot unterzugehen droht: The Bubble von einem Musiker, der sich Dánjal nennt. Er kommt, soviel ist zu erfahren, von der dänischen Faroe-Insel. Die erste Hälfte der zehn Songs ist von osteuropäischer Musik und Klezmer inspiriert, die zweite Hälfte nähert sich der englischen Ballade. Bring Me Along erinnert stark an Bob Dylan. Von THOMAS ROTHSCHILD
Belly full of Shelley
Pete Shelley ist vor allem bekannt als Sänger der Buzzcocks, deren Anfang 77 erschienene, erste EP Spiral Scratch noch heute vielen als Meilenstein gilt und von deren späteren Punkpop-Knallern vor allem Ever fallen in love noch heute zum Indie-Disco-Repertoire gehört. Die Geschichte um Shelleys kurzlebiges Groovy-Label ist hingegen weitestgehend unbekannt. Jetzt erscheinen alle (drei) längst vergriffenen Veröffentlichungen und ein bisher unveröffentlichtes Album gemeinsam als Box. Interessant: An allen vier Veröffentlichungen war Shelley als Musiker beteiligt. Noch interessanter: nichts klingt hier auch nur annähernd nach Buzzcocks! Von TOM ASAM.
Sturm und Hang
Auch auf ihrem dritten Album erobert die einzigartige Formation neue Klangräume. Die vier Briten sitzen weiterhin zwischen allen Stühlen – und fühlen sich pudelwohl dabei. Wer sich gerne auf die Suche nach Musik macht, die feinsinnig und aufregend zugleich ist, liegt hier goldrichtig, meint TOM ASAM.
Riecht fast nach Second Hand
Weniger ist manchmal mehr? Bei Canyons Of Statics Farewell Shadows steht eine Binsenweisheit auf dem Prüfstand. KRISTOFFER CORNILS über ein Album, das schon mal sehr viel will
Same same, but different
Auch nach eineinhalb Jahrzehnten freut man sich auf ein neues Album von Nada Surf – zumindest TOM ASAM.
Pomp und Knall und Tätärätä
Das Silvesterkonzert der Münchner Philharmoniker und des Philharmonischen Chors Münchens unter der Leitung von Andrew Manze. Gesehen von BJÖRN VEDDER
Immer realistisch, nie Karikatur
»Die Ermordung eines Palästinensers ist in Gaza Routine. Sein Verlust wird außerhalb des engen Kreises von Familie, Nachbarn und Freunden keine Wellen schlagen.« Joe Saccos Comic-Reportage Gaza zeigt schonungslos die Vergangenheit und Gegenwart, das Leben und Leiden im palästinensischen Kriegsgebiet. Ganz schwere Kost, findet FRANZISKA BECHTOLD.
Erinnerung an Goldene Zeiten
Allmächtiger! versus Hugh!: Die Zeichner Hansrudi Wäscher und Helmut Nickel werden in neuen Büchern gewürdigt. ANDREAS ALT vergleicht die beiden Hommagen.
Eine Tagung sie alle zu knechten!
Das psychologische Konzept des »Flow« kommt bisher vor allem dann zum Einsatz, wenn die Motivation von Menschen erklärt werden soll. »Flow« beschreibt den Zustand der optimalen Erfahrung. Dabei sind Personen über einen längeren Zeitraum bei einer Tätigkeit weder unter- noch überfordert, ihre Fähigkeiten steigern sich permanent. Im Bereich der Medien- und Kulturwissenschaft tritt »Flow« bisher nur am Rande auf. Doch hat »Flow« in dem Bereich großes Potenzial, das nun mit einer Tagung herausgearbeitet werden soll. Mit einem der führenden Köpfe, Anne-Kristin Langner, hat sich RUDOLF INDERST unterhalten.

Algen und glitschiges Heu
Das erste im Haus Rose ist der Geruch, noch vor allem anderen, noch bevor es die drei kleinen Stufen runtergeht in den ersten Flur: Der Geruch, und ich denke: Leichenhalle. Das ist Quatsch, klar, aber ich hatte den Geruch von Sex erwartet, archaischen Algengeruch, gemischt mit Schweiß und nassem, glitschigem Heu. Oder wie auch immer man den Geruch beschreiben soll, daran sind schon bessere als ich gescheitert. So riecht es im Haus Rose jedenfalls nicht. Eher sauber, ordentlich, der Geruch von Reinigungsmitteln, daher kommt vielleicht diese Assoziation mit der Leichenhalle: Reinigungsmittel, und etwas liegt darunter, der Geruch vieler Menschen, vielleicht, die hier ein- und ausgehen, die hier ständig sind, und Zigarettenrauch. Die Geräusche sind gedämpft, als läge hier überall Teppich, hin und wieder Türenklappen, das Lachen von Frauen. Wie schaut man sich so einen Laden an? Wie ein Museum? Wie einen Zoo? Wie eine Wohnung, die man mieten möchte? Wie soll ich hier entlanggehen? Soll ich die Frauen grüßen, auch wenn sie so skeptisch gucken wie die hinten in der Ecke? Soll ich die Kunden grüßen? Kollegial? Überlegen? Ich habe keine Ahnung. Eine Erkundung von JAN FISCHER
Gruß von der Währungsreform
Im Sprung der toten Katze: Das neue Stück von Katja Hensel ist mit seinem enigmatischen Titel kein Tierdrama und kein Katzenkrimi. Börsen-Insider dürften gleich verstehen: Die Redensart »dead cat bounce« bezeichnet eine kurzzeitige Kurserholung unmittelbar nach drastischem Kursverfall, also so etwas wie eine löcherig-unzuverlässige und letztlich haltlose Erholungsinsel im reißenden Strom des Niedergangs. Das aktuelle Thema, bearbeitet als Auftragsstück des Kasseler Staatstheaters, lockte ein neugierig-animiertes Uraufführungspublikum in die Kellerräume des TIF, der Theater-Dependence im Friederizianum, das bereits einige Vorzeichen der kommenden documenta erkennen lässt (sie ist, passend zu den desaströsen Zeiten, die dreizehnte ihrer Art). Von HANS-KLAUS JUNGHEINRICH
»Heut, wenn man wär, da hätt man was davon«
In Robert Schindels neuestem Essay- und Redenband Man ist viel zu früh jung ist das zentrale Motiv der Blick zurück – jedoch keineswegs der nostalgisch verharmlosende Blick, sondern der scharf analysierende, entlarvende. Von HUBERT HOLZMANN
So zarte Hände und so blutige Arbeit
Sie waren nur noch wenige Monate zusammen und haben dabei doch Die Herrlichkeit des Lebens erfahren: Fanz Kafka und seine letzte Gefährtin Dora Diamant. Diese wahre Liebesgeschichte hat Michael Kumpfmüller kenntnisreich in einen herrlich schwebenden Roman transferiert. Von INGEBORG JAISER
Wie funktionieren Eltern?
Katies unverzichtbare Gebrauchsanweisung für die katastrophenfreie Steuerung deines Erziehungsberechtigten ist mehr als ein Roman. Nebenbei kann man erfahren, wie man kleinere Reparaturen an seinen Eltern selbst vornehmen kann. Unsere Jugendbuchexpertin KATJA GUCKENBERGER (12 Jahre) findet das Buch mit ihrer Fast-Namensvetterin nicht nur hilfreich, sondern vor allem sehr lustig.
Gefühle sind mächtig
Gefühle können eine ganz schön durchschütteln, egal, wie alt man ist. So glücklich, dass man die Welt umarmen möchte, so lebendig, dass man Bäume ausreißen könnte, so ängstlich, dass man in einem Mauseloch verschwinden möchte, so tief traurig, dass man Sturzbäche weint. Alles übertrieben und gegen jeden Verstand. Trotzdem fühlt es sich wahr an. Alma muss das in Nikola Huppertz' Geschichte Alma, ganz klein durchmachen. Wir fühlen mit ihr. Von MAGALI HEISSLER
Die Faszination des Grauens
Kaum ein Werk der Weltliteratur hat, sieht man einmal von der Bibel ab, so viele Künstler unterschiedlicher Epochen und Stilrichtungen zur Umsetzung ins Bildmedium angeregt. Die zweibändige Neuausgabe mit der Prosaübersetzung des renommierten Mediävisten Kurt Flasch liefert einen willkommenen Anlass, Werk und Rezeption einmal wieder in Augenschein zu nehmen. Von STEPHANIE RAPPL
Terminator war gestern - heute ist Prokrastinator!
Schon früher gab es das: Die Uhr schlug eins. Schule aus. Die Taschen gepackt und hurtig nach Hause. Dort wartete Muttern mit dem Mittagessen, dort warteten Hausaufgaben und sonstige Pflichten. Also, warum so eilig? Warum der direkte Weg? Trödeln daher das Normale: Mal hier ein Schwätzchen, dort ein Umweg und vielleicht doch lieber zur Oma oder gleich zur Freundin. Ausbüchsen nannte man das. Von DER DRITTE MANN
Das letzte Plätzchen - Gott sei Dank!
Gestern habe ich das letzte Plätzchen gegessen. Es war eine prähistorische Echse mit knallpinker Zuckerlasur. Die hat mir mein Neffe Toni geschenkt. Das Gebäck hat er selbst gemacht, beziehungsweise selbst aus dem Teig gestochen. Toni ist fünf Jahre alt, und da er eben auf Sterne, Engel, Weihnachtsbäume und den ganzen Advents-Kokolores nicht so steht, haben seine Eltern zur Wahrung des Familienfriedens neben Ochs und Esel auch noch einem Brontosaurier und einem Tyrannosaurus eine zentrale Rolle in der Weihnachtsgeschichte eingeräumt. Von meinem Freund Jürgen habe ich sogar einen Satz Penisse aus Mürbeteig bekommen.
Von PHILIPP WEBER
Die Highlights der Redaktion
Es ist nicht länger zu leugnen: Der Winter ist da! Die Zeit der kurzen Tage ist angebrochen, die bei kalten Stunden, Last Christmas und zuckrigem Glühwein bibbernd auf dem Weihnachtsmarkt oder an den Geschenktischen der Kaufhäuser verbracht werden. Kurz: Es ist die Zeit für die Weihnachtspause – und das TITEL-Kulturmagazin macht mit.

Nachhaltig wortgewaltig
Ich bin es gewohnt, in regelmäßigen Abständen verständnislos angeschaut zu werden – in der Tat dürfte ich wahrscheinlich deutschlandweit einer der wenigen Kulturveranstalter sein, der sich bis heute erfolgreich der Anschaffung eines Mobiltelefons verweigert hat. Wie das denn ginge, werde ich gefragt. Nun, es geht sehr gut. Steigern lässt sich die Verwunderung in den Gesichtern meiner Gesprächspartner nur noch, wenn ich in Sitzungen und Dienstbesprechungen meinen Tischkalender hervorhole, in den ich dann – ja, unglaublich aber wahr - Termine mit dem Stift eintrage. Kalender aus Papier seien in der heutigen Zeit doch nicht mehr notwendig, man könne sein Leben doch auch durch einen elektronischen Helfer in Taschenformat organisieren lassen, werde ich aufgeklärt. Sicher, das kann man, aber wie groß ist meine heimliche Freude, wenn es in den Sitzungen piepst und brummt und alle darüber schimpfen, dass das böse Gerät den vereinbarten Termin aus unerklärlichen Gründen irgendwie verschluckt haben müsse, sorry ... Von STEFAN HEUER
Grass sei Dank
Wie wichtig - um nicht zu sagen: wie notwendig - der dreiundachtzigjährige Literaturnobelpreisträger Günter Grass für (nein: besser) gegen den deutschen »Literaturbetrieb« ist, zeigte sich jetzt wieder beim Tod von Christa Wolf. Von WOLFRAM SCHÜTTE
Werft Sand untern Tannenbaum!
Bekanntlich wird pünktlich vor dem Weihnachtsfeste eine Vielzahl nigelnagelneuer Alben unters Volk beziehungsweise unter den Weihnachtsbaum gebracht. Und weil es die Jahreszeit nun einmal so mit sich bringt, wird sich bei einem gut Teil der Platten auf die Überarbeitung des für diese Jahreszeit so beliebten Liedguts beschränkt. Doch es gibt Hoffnung, meint TOM SCHOENER.
Fremd bin ich eingezogen
Der Nürnberger Autor Leonhard F. Seidl bezeichnet seinen Debütroman Mutterkorn als »Geschichte einer Befreiung«. Eine Bestandsaufnahme von HUBERT HOLZMANN
Ein Geheimtipp der deutschen Literatur
Die Kinder der Finsternis von Wolf von Niebelschütz, erschienen 1959, entführt den Leser in die faszinierende Welt des Mittelalters. Eine Pflichtlektüre findet HUBERT HOLZMANN

Asphaltblüten aus Baltimore
Gerade ist im Verlag Antje Kunstmann Homicide - ein Jahr auf mörderischen Straßen von David Simon erschienen. Das ist erstaunlich, hat doch PIEKE BIERMANN, die gerne vom »historischen Alzheimer« des deutschen »Föteljong« spricht, »schon seit 1998 bei diversen deutsch(sprachig)en Verlagen gebaggert«, dieses grandiose Buch endlich herauszubringen. Die Argumente, die die Schriftstellerin und Übersetzerin damals zu hören bekam waren: Homicide sei zu dick, zu amerikanisch, zu spezifisch Baltimore - ja wenn es New York, Los Angeles, Chicago wäre ... Das aufregend Neue an diesem Buch war aber nicht nur sein Thema, sondern Simons waghalsiger Einstieg, nämlich sich auf die Polizei einzulassen, sich ihr quasi anzumimetisieren, um wirklich etwas herauszufinden, um wirklich etwas erzählen zu können, das man als »echt« bezeichnen kann. Ein Vorgehen, das hierzulande gescheut wird wie das Weihwasser vom Teufel ...
Nach so vielen Jahren, die es zur Einsicht im deutschen Literaturbetrieb gebraucht hat, veröffentlicht TITEL den so überaus kenntnisreichen Beitrag PIEKE BIERMANNs von 1999 hier nun noch einmal.
Wenige von der Sorte
Die Doppel-CD von Trikont gibt mit der Auswahl an Gedichten, Romanauszügen, Kurzgeschichten, Briefen und einem bilderreichen informativen Booklet einen guten Einblick – für Fauser-Neulinge und -Wiederentdecker. Von MIRJAM STUTZMANN
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Endlich hat das Netz einen Sinn!
Lust, bei TITEL-Kulturmagazin mitzuschreiben? Dann mach hier den ersten Schritt! Sende deine aktuelle Rezension einfach an redaktion@titel-magazin.de. Das jeweilige Ressort ...
Der Adel ist wieder da (1)
Der Merowinger
dreht die dicksten Dinger
bohrt die dünnsten Bretter
und das bei jedem Wetter
Karriereumspannend
Lou Reed! Eine Jahrzehnte umspannende Karriere, wie sie kaum ein anderer Künstler der Rock'n'Roll-Geschichte erlebt hat. Von der Zusammenarbeit von Velvet Underground mit ...
Reine Freude an der Kraft der Poesie
Der Lyrikerin Nora Gomringer wird am 21. April der mit 15.000 Euro dotierte Joachim-Ringelnatz-Preis 2012 verliehen. Alle zwei Jahre wird dieser Preis an Dichterinnen und Dichter verliehen, die ...
Unterstützen Sie uns!
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Der TITEL-Tipp
Lana Del Rey – vom Internet-Sternchen zur »Lady Anti Gaga« aufgespritzter Hype? Genial verpackter Meta-Pop und Spiegelbild der amerikanischen Gesellschaft? Haarlockenpracht in der ...
Vituos und emotional
Radio Moskova ist der Titel des neuen Albums des finnischen Weltmusik-Duos Lepistö & Lehti. Mit Akkordeon und Kontrabass balancieren sie auf dem Grad zwischen Virtuosität und ...
Die Ikone
Mighty Sparrow war in seiner vier Jahrzehnte überspannenden Karriere an über 300 Albumaufnahmen beteiligt. Er ist mehr als eine Kultmusiker in der Karibik, er ist ähnlich wie Miriam ...
Chimären / Chimaira ...
... aus Körperteilen verschiedener Tiere bestehende Fabelwesen. Sie stellen einen wichtigen Bestandteil und immer wiederkehrendes Motiv in Stefan Heuers Malerei dar und sind von daher ...
Analogcomputer, übernehmen Sie!
Vom 11.-13. April findet im Bereich Medienwissenschaft der HU Berlin ein durch den
Blast Your Ghetto Tour 2012
Nach einem ereignisreichen Jahr 2011 mit dem neuen Album The Ride, Tourneen in Europa und in China startet der Äl Jawala-Tourbus mit einem Fanprojekt in die nächste Runde.
Mitgemacht!
Die Abstimmung für den Plattenladenaward, der von dem Indievertrieb Cargo Records verliehen wird, läuft noch bis zum 31. Januar – und hiermit wird ab sofort der ...
Das Anderssein
Nur wenige hätten voraussehen können, dass eine Band, die in ihrer Landessprache singt und völlig unkonventionelle Elemente wie Ölfässer und Kontrabass in ihre Musik ...
The »Stoner Side of Electronica«
Lefteris Kalabakas aka Lee Burton, griechischer Musiker und Produzent, verbindet auf Busy Days for Fools elektroakustische Experimente mit modernen ...
Nicht alles in Stein gemeißelt
Die Zeiten ändern sich und mit ihnen auch liebgewonnene Gewohnheiten. Der Erfolgsschriftsteller und Semiotikprofessor, der Bücher- und Zeitungsliebhaber Umberto Eco räumt ein, ...
Angst und Hoffnung
Mit Amnesty International feiert eine der größten Menschenrechtsorganisationen ihren 50. Geburtstag und dazu gratulieren rund 80 Künstler aus der Rock- und Popwelt, zusammen mit Bob ...
Abwechselnd abwechslungsreich
Die Planungen laufen auf Hochtouren, das Ziel ist gesetzt. Ein Abend voller Musik, neun Künstler an drei Orten, drei Bühnen mit wundervollen Klängen, hinreißenden Texten und ...
Kampf über 26 Jahre und 26 Tage
»Das einzige feste Fundament eines wirklichen und dauerhaften Friedens zwischen den Staaten und Völkern ist der Frieden innerhalb der Staaten und Völker. Dieser Frieden ist aber ...
Die Stadt, das Gebet und die Kultur
Neue religiöse Bewegungen spielen in den Metropolen der Welt eine immer wichtigere Rolle. Die Stadt, ein säkularer Raum? Nicht mehr. Mitten in der Megacity Lagos passen in die ...
Nach 30 Jahren ...
... veröffentlichen Martin L.Gore (Depeche Mode) und Vince Clarke (Erasure, Yazoo, D.M.) wieder gemeinsam unter dem Namen VCMG. Die Electronic-Pioniere werden im Frühjahr 2012 ein bisher ...
Die Zeiten ändern dich
»Da ist niemand«, sagt Leena (Noomi Rapace). Doch das Telefonklingeln will nicht verstummen, wie die Erinnerungen der Familienmutter an bessere Zeiten. ...
Wegweisend
Nach sechs wegweisenden Alben von Wovenhand erscheint mit Black of the Ink eine Zusammenfassung des Werks von David Eugene Edwards, Meister des mystischen und düsteren Folk. Oral ...
Von Sinnen
Einsamkeit, Verlassenheit, Isolation in der Menge, das sind die wahren Übel in David Mackenzis beklommener Hymne auf Apathie im Angesicht der ...
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