Liebe TITEL-Leserinnen und -Leser
Diesmal in unserer Montagsausgabe: GISELA TRAHMS erkundet mit der neuen Literaturzeitschrift Randnummer das „lyrische Subjekt der Metropole“ und freut sich über die große Unterschiedlichkeit und Spannweite des gegenwärtigen lyrischen Sprechens. Die Arbeit von literarischen Übersetzern wird häufig gnadenlos unterschätzt, …
Wahrnehmungsstimuli
Literaturheft nennt sich diese neue Zeitschrift aus Hamburg, die tatsächlich das angenehme Format jener Hefte hat, in die wir unsere ersten Schriftkringel malten. Handlich ist sie, weder ein dünnes Nichts noch ein einschüchternder Ziegel, und besonders froh stimmt natürlich auch der völlig unelitäre Preis von vier Euro. Ein echtes Angebot nicht nur für Raucher, mal das Rauschmittel zu wechseln, meint GISELA TRAHMS.
Übersetzen ist eine darstellende Kunst
Es ist eine sehr unterschätzte Kunst: das Übersetzen. Oft lesen wir ein gutes Buch und freuen uns über die Sprache des Autors, selten wird uns bewusst, dass ein geschickter Vermittler die Strippen zieht, dass ein talentiertes Medium mit seinem ganzen Kopf- und Persönlichkeitseinsatz aus einem Original ein neues Original schafft. Weil das nicht deutlich genug gesagt werden kann, wird uns ISABEL BOGDAN von nun an immer wieder beiläufig oder auch hartnäckig daran erinnern. Zum Auftakt was Grundsätzliches: Der Übersetzer als Schauspieler.
2000 Jahre Dekadenz
Jetzt also die Griechen. Man dachte ja eigentlich, Guido Westerwelle hätte die größten Schmarotzer des deutschen Gemeinwesens ein für allemal identifiziert - da kommen ihm die Leistungserschleicher aus der Ägäis in die Quere. Er kann einem wirklich leid tun: Die ganze schöne Rhetorik von Faulheit, Römern und Verfall - alles weggeblasen von der spätantiken Prasserei der Hellenen.
Sensationen
Christoph Leisten
marrakesch, djemma el fna
Vorgestellt von Christoph Wenzel
Voll abgekackt
Tommy Jaud präsentiert sich mit Hummeldumm auf der Höhe seines Schaffens. Mutig: Der schriftstellernde Komödiant schreckt auch vor kotigen Kalauern nicht zurück. Der Lohn seiner Mühen: Ein Blick auf die Spiegel-Bestsellerliste von oben. ULRICH NOLLER schaut in die Charts.
Eine Geschichte, kein Skalpell
Und die Nilpferde kochten in ihren Becken ist ein Schlüsseltext der Beat Generation. Es ist aber besser, das beim Lesen zu vergessen. Von JAN FISCHER
Von einem, der auszog, zuhause zu bleiben
Die Männer verachten ihn, die Frauen wollen nichts mit ihm zu tun haben. Timo gilt in seinem Heimatort als „Idiot“. Dann kommt der Krieg, und mit dem Krieg die Evakuierung. Doch Timo weigert sich, sein Dorf zu verlassen. Was kümmert einen Idioten die Territorialkämpfe seines Vaterlandes? Über Das Dorf der Wunder schreibt BRIGITTE HELBLING.
Proletenkind
Schon mit ihrem Vorgängerroman hat die ursprünglich als Lyrikerin bekannte Autorin eine Erfolgsgeschichte geschrieben, die als Teufelsbraten verfilmt wurde. Nun folgt ein weiterer Abschnitt der Chronik einer hart erkämpften Bildung. Von INGEBORG JAISER
Wort, eine lausige Zufallshure
In welche Schublade soll man die Gedichte von SAID stecken? Tief geprägt ist er sicherlich von der Lyrik-Tradition seines Herkunftslands, in der die Poesie bis heute eine Popularität genießt, die bei uns überhaupt nicht mehr vorstellbar ist. Von CARL WILHELM MACKE
Liebes Samstag-ist-Krimitag-Publikum,
heute in Samstag-ist-Krimitag, dem Kriminalmagazin: THOMAS WÖRTCHE über den Shootingstar aus Südafrika, Roger Smith. CARLO SCHÄFER grübelt in seiner Krimischmiede über die Sinnfrage. NILS KURFÜRST begeistert sich über das Comic-Projekt Sleepers …
Miasmen am Kap
Roger Smith ist das südafrikanische Lieblingskind der internationalen Kriminalliteratur. Auch bei uns. Südafrikanische Kriminalliteratur ist sowieso in, auch wenn man nicht so genau weiß, warum. THOMAS WÖRTCHE hat sich den neuen Roman von Smith ganz genau angesehen.
Die Kä(ß)seglocke
Folgen Sie CARLO SCHÄFER in seine Krimischmiede, in der er auf dem Wahnsinn der Welt herumhämmert, auf dass die Funken sprühen. Regelmäßig alle 14 Tage … Heute begibt er sich auf die Sinnsuche.
Unmoralisch und grandios
Der vierte Band von Sleeper ist Abschluss von nicht weniger als einer der besten Comic-Serien aller Zeiten. Nun ist Sleeper auch auf Deutsch endlich komplett. NILS KURFÜRST gerät ins Schwärmen.
Masse schlägt Klasse
Viel zu oft wölken auch Kritiker interpretativ. Literaturkritik heißt aber auch Handwerkskritik. KLAUS KAMBERGER hat eine Stichprobe aus der ausgeuferten Produktion genommen und durch die Qualitätskontrolle laufen lassen.
Egomanisch, mit scharfem Verstand
Neulich hat uns DORIS WIESER den chilenischen Autor Roberto Ampuero in einem Interview vorgestellt. Nun ist sein Roman Der Fall Neruda erschienen. Hier die Rezension.
Kalaallit Nunaat - Ein Island-Krimi, der in Grönland spielt
Grönland ist die eigentliche Hauptperson in Yrsa Sigurðardóttirs neuem Roman – und nur deshalb lesenswert. Oder gerade deshalb! TANJA SIEG denkt über die gnadenlose Beliebtheit von Island-Krimis nach.
Spielball einer implodierenden Realität
oder Dunkler Gefährte – ein philosophischer Roman-noir
Jim Nisbet gilt vielen immer noch als ein Geheimtipp. Dabei hat der 1947 geborene Autor einiges vorzuweisen: Seine ersten drei Kriminalromane erschienen in der legendären Black Lizard-Reihe und der Noir-Roman Dark Companion wurde 2006 für den Hammett-Preis nominiert. Dieser ist jetzt in deutscher Übersetzung bei Pulp Master erschienen und bietet dem Leser eine hervorragende Möglichkeit, diesen bemerkenswerten Autoren kennen und schätzen zu lernen. CLAUS KERKHOFF feiert Buch und Autor.
Dialogschlacht in der Nachkriegszeit
Es gibt Dinge, für die muss man in der richtigen Stimmung sein. Sex zum Beispiel. Oder Charles Todd. Diese vollkommen inadäquate, reißerische und respektlose Analogie reicht übrigens noch weiter: Wenn man nicht in Stimmung dafür ist, wird es arg zäh. Aber manchmal kommt es dann doch noch ganz unverhofft zum Höhepunkt, und man schläft ein bisschen versöhnter ein. HENRIKE HEILAND war mutig …
Mord als Therapie
Über Schuld und Sühne kann man beliebig oft neu verhandeln. Das geht mal gut, mal weniger. Manchmal könnte man es aber auch lassen. JOACHIM FELDMANN hat so einen Fall bei seinen Streifzügen durch die überbordende Produktion gefunden.
Damons und Ismenens ...
von Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Verehrte TITEL-Leserschaft!
Wenn sich heutig so etwas wie ein roter Faden durch unser Magazin ziehen sollte, so ist es der des Fantastischen - und zwar in all seinen Abschattungen: spielerisch bis hin zum Unglaubwürdigen, erstaunlich bis hin zum Atembraubenden. Oder schlicht großartig!
Eine gehörige Portion Galgenhumor
„Arbeitslager waren nicht zum Überleben gedacht. Um zu überleben, brauchte man eine gewisse Findigkeit, Freunde, hier und da einen Akt der Güte und vor allem – Glück“, meint Anatol Chari. Er muss es wissen, schließlich hat er es geschafft. Von CHRISTIAN NEUBERT
Prof. Dr. Dschungelkind
Seit sich jeder Quadratzentimeter belebte Natur per Knopfdruck auf den Bildschirm holen lässt, seit keine noch so abseitige Frage im Netz länger als fünf Minuten unbeantwortet bleibt, spätestens aber seitdem die Bilder von mit Speeren nach Hubschraubern werfenden Wilden um die Welt gegangen sind, ist das noch Unbekannte wieder aufregend, das Unentdeckte sexy. Von STEFAN BEUSE
Heute: Dietmar Dath
Blogs und Internet-Auftritte von Autoren, Künstlern, Kritikern, Magazinen und anderen Publikationen gehören heute wie selbstverständlich zur publizistischen Landschaft. Wir stellen Ihnen regelmäßig interessante Seiten vor.
Danish Dynamite
Wie das Booklet dank Angabe der Gitarrengriffe beweist, benötigt dieses Quartett nicht viele Akkorde, um für abwechslungsreichen Groove zu sorgen. Von JÖRG VON BILAVSKY
Erst beflissen, dann befreit
Na schön, es gibt Elektro-Autos, aber gibt es auch Elektro-Opern? Jetzt schon: Die innovativen Geschwister The Knife aus Schweden haben's erfunden, zusammen mit Planningtorock und Mt. Sims. Von TINA MANSKE
Sinfonie, die rockt
Es war ein Abend, der Pink Floyd stolz machen würde – das Classic meets Rock Spektakel „The Fabulous Rock Philharmonic Orchestra plays Pink Floyd“ verknüpfte auf eindrucksvolle Weise sinfonische Orchesterklänge mit legendärer Rockmusik der britischen Kultband Pink Floyd. Am 24. Februar 2010 rockte die Düsseldorfer Tonhalle nach Philharmonietönen. Von CHRISTIANE MIETH
Kurios fad
Bei Carlsen Manga erscheint, nach der jüngst veröffentlichten Reihe Shinanogawa, wieder eine Miniserie von Kazuo Kamimura, deren erster Band leider nicht die hohen Erwartungen, die CHRISTIAN NEUBERT an den meisterhaften Mangaka legt, erfüllen kann.
Hoffnung ist kein Fabelwesen
Der Spokane-Indianer Arnold Spirit, genannt Junior, ist unter Seinesgleichen der Letzte in der Rangordnung. Dass er eines Tages den Kampf aufnimmt, überrascht alle - nicht zuletzt Junior selbst. Am meisten aber überrascht ihn, dass, wer kämpft, auch unter ungünstigsten Bedingungen zuweilen siegen kann. Von MAGALI HEISSLER
Von Katzastrophal, Lady Knirschebein und anderen schnurrenden Vierbeinern
Katzen, die den Mäusen das Steppen beibringen? Unmöglich? Nicht bei T.S. Eliot. Der nobelpreistragende Katzenliebhaber hat diese und andere Katzen erfunden, der Beltz Verlag hat das Buch mit schönen Bildern neu aufgelegt. Von GEORG PATZER
Alice Doesn´t Live Here Anymore
Jeder Kameraschwenk enthüllt ein überbordendes Szenario aus Kitsch und Anti-Kitsch. Alice im Wunderland ist eine stimmige Balance aus finsteren Mittelalterverliesen und neonfarbenen Blumengesichtern – und Johnny Depp ist nicht der einzige, der sich mühelos durch eine Welt des Irrsinns bewegt. Von DANIEL BICKERMANN
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TITEL - Kulturmagazin bringt jeden Montag, Donnerstag und Samstag Neuigkeiten aus Literatur, Krimi, Musik und Film.
Er war einer der bedeutendsten Schriftsteller Mexikos, ein luzider und unbestechlicher Intellektueller und ein engagierter Menschenrechtsaktivist: Der Schriftsteller Carlos Montemayor ist am Sonntag im Alter von 62 Jahren gestorben.
Die 6. Bestenliste des Weltempfängers
Die neue Ausgabe des Weltempfängers präsentiert Literatur aus Argentinien, Frankreich, Kolumbien, Nepal, Somalia, Südafrika und Vietnam. Im Einzelnen:
Ohne Traumbilder geht es nicht
Werner Herzog hat einen fremden Stoff mit seiner ureigensten Handschrift uminterpretiert. Spätestens im Schlussbild findet alles zusammen: die innere und die äußere Welt, Herzog und ...
Die Welt ist schlecht, ungelogen!
Mit Kinderliteratur hat dieser Pinocchio nicht mehr viel zu tun. Das Comic-Update des Klassikers ist Ausdruck einer düsteren, apokalyptischen Weltanschauung – und außerdem ...
Einen Platz bei Ringelnatz
Zwei opulente Hörbücher bringen den 2008 verstorbenen Dichter Peter Rühmkorf zum Swingen. Sie sind Trost und Trotz gegen den Tod, beweisen sie doch, wie stark Rühmkorf gewirkt ...
Immer 100-prozentig
In Großbritannien hat man sich bereits darauf verständigt, LoneLady zum nächsten großen Ding auszurufen, und warum auch nicht? Diese Musik ist ein Riesenversprechen. Von TINA ...
Raum und Zeit
Vom 40. Internationalen Forum des jungen Films bei der Berlinale berichtet THOMAS ROTHSCHILD
Jahr des weißen Backsteins
Das Jahr 2009 begann mit „Ruhm“ (Daniel Kehlmann) und endet mit Ruhm (Herta Müller). Dazwischen, im Sommer, verließ ein amerikanischer jest nach brillanter ...
urmusik
Jan Wagner steinway
Vorgestellt von GISELA TRAHMS
Die Zukunft ist zurück!
Pünktlich zur Premiere von Metropolis erzählt uns ein opulenter Bildband, wie es bei einem 83 Jahre alten Film, den irgendwie schon jeder kennt, noch ...
Das System der Kunst
Kunstgeschichte als Institutionengeschichte. Heidenreichs populäre Diskursanalyse des Kunstsystems führt Künstler in das System ein, das sie erwartet und zeigt, wie es wurde, was es ...
Stets eine blutige Antwort parat
Bayonetta ist überwältigend, eine atemberaubende Farbenexplosion, eine Netzhaut transzendierende Erfahrung und … ein recht banales Videospiel. RUDOLF INDERST ...
Thomas Wörtche im Gespräch
ERIC FACON sprach mit Thomas Wörtche über die vielen Facetten der Kriminalliteratur, über essende und trinkende Ermittler, die Komik im Krimi und den perfekten Roman.
Funkelnde Klangkaskaden und lyrische Bilder
Vor Eifersucht ist keiner gewappnet. Auch Könige nicht. Nur sind die Konsequenzen dann gleich für das gesamte Reich verheerend, wenn der sonst gutmütige Herrscher sich zum ...
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