Hommage zum 80. Geburtstag von Fernando Botero Aléa Torik: Das Geräusch des Werdens von Michael Ebmeyer Der FUTTERblog - streng verdaulich! Kathrin Hartmann: Wir müssen leider draußen bleiben Joy As A Toy: Dead As A Dodo
Dienstag, 22. Mai 2012 | 12:18

 

Jürgen Schreiber: Meine Jahre mit Joschka

25.10.2007


Die Häutungen und Wandlungen des Joschka Fischer

Schreiber argumentiert nicht, er polemisiert, das aber durchaus herzerfrischend und fundiert.

 

Joschka Fischer hat gerade seine Erinnerungen in Buchform vorgelegt, da trifft es sich gut, dass der Journalist und Autor Jürgen Schreiber ebenfalls die Erinnerungen an die Jahre mit Joschka Fischer, den er über weite Strecken seiner politischen Karriere aus nächster Nähe erlebt hat, mit dem er sogar fast befreundet war, niedergeschrieben und veröffentlicht hat.

Schreiber zeichnet eine Art Gegenbild zu dem Bild, das Fischer von sich selbst zeichnet. Kaum ein gutes Haar läßt er an dem einstigen Vorzeige-Grünen. In einem assoziativen Stil, hin und her springend in den Zeiten, konfrontiert er die Verhaltensweisen und die Aussagen des Straßenkämpfers von einst mit denen des Vizekanzlers, hält dem sich seriös gebenden, abgeklärten Staatsmann in Nadelstreifen den einstigen Hoffnungsträger der Grünen, der in Turnschuhen die große politische Bühne betrat, entgegen, und führt so dem Leser in einer ungewöhnlich plastischen und bildhaften Sprache die seltsamen Häutungen und Wandlungen des Joschka Fischer vor, die dieser wahrscheinlich als Reifungsprozeß deutet.
“Erfinderisch benutzt er die großen Ideologien als Spielmaterial, stapfte durch Episoden und rasch wechselnde Perspektiven, bis man sich ernsthaft fragen musste, wer er eigentlich war.“

Das fragt sich mit Schreiber auch der Leser und findet keine Antwort. Schreiber zeichnet daneben aber auch das Milieu, das einen wie Joschka Fischer hervorgebracht hat und mit ihm durch dick und dünn gegangen ist. Angeführt von mal saufenden, mal joggenden Joschka haben die Grünen wie ihr Leithammel ihre Konturen und Kanten verloren. Schreiber argumentiert nicht, er polemisiert, das aber durchaus herzerfrischend und fundiert. Manchmal trägt ihn sein polemischer Schwung sogar aus der Kurve. Bei ein paar Lebens- und Karrierestationen von Joschka Fischer hätte man gern mehr und näheres erfahren. Wie war das zum Beispiel mit einer deutschen Beteiligung am Irakkrieg. Ist Schröder Fischer mit seiner Entscheidung vorangegangen, hat er ihn, der mittlerweile zu einem guten Freund der USA geworden, vielleicht sogar erst dazu überreden müssen, bei Bushs Wahnsinnsunternehmen nicht mitzumachen. Mit diesem Buch, so erschöpfend es am Ende nach über 200 Seiten ist, ist das Phänomen Joschka Fischer noch lange nicht erschöpft.

Peter Kohl


Jürgen Schreiber: Meine Jahre mit Joschka (Nachrichten von fetten und mageren Zeiten),
Econ Verlag Düsseldorf
205 Seiten
19,90 Euro

Dichter und Diplomat

»Ich erzähle von Dingen, die mich sehr stark geprägt haben. Zum Beispiel, der Spanische Bürgerkrieg aufgrund der vielen Republikaner, die in Mexiko Zuflucht suchten und die ...

Gegen die Dominanz des Beliebten

Nach Amazon (1997) und Google (2004) geht nun mit Facebook das dritte Internet-Schwergewicht an die Börse. Häufig liegen die drei Unternehmen mit der Entwicklung neuer Techniken ...

Maigrüße

Ich liebe den 1. Mai. Tag der Arbeit! Der Tag an dem wir den Vorkämpfern der Arbeiterbewegung gedenken. Der Tag, an dem wir demütig unsere Häupter neigen vor | weiterlesen

»Die Macht der Kunst ist, dass sie der Schlüssel zur Wahrheit ist.«

»Wir sind hier ja kein Michael-Jackson-Publikum, sondern gebildete Programmkinobesucher«, tönt der Verleih-Vertreter nach der Premiere von Sing Your ...

Garten Eden vor der Haustüre

Sie heißen Tigerella, Gelber Squash oder Rote von Paris. Sie gehören alten Sorten an, die oftmals in Vergessenheit geraten sind – doch ihre Farben-, Formen- und Geschmacksvielfalt ...

»Scheißwald,
Scheißnatur, ey!«

Leicht grenzwertig diesmal, möchte man meinen. Setzt das gewöhnliche Schema von Mord, Aufklärung, Festnahme etwa Schimmel an? Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) geht dem Hinweis auf ...

Maler der Farben und Formen

Üppige Figuren und bunte Farben sind die Markenzeichen des kolumbianischen Malers Fernando Botero. Anlässlich seines 80. Geburtstags zeigt die Galerie Samuelis Baumgarte Bilder, ...

Toppreis für Ihr Zahngold

Mit Die Sorgen der Killer empfiehlt sich Guido Rohm einmal mehr als Avantegardist der deutschen Kriminalliteratur.

Von THOR KUNKEL

Verstaubt ohne Ende

Bullenklatschen ist ein irreführender Titel, aber er provoziert – das ließe sich genauso über den Film sagen. Provozierend das Personal: eine Anarcho-Fete. Jedenfalls ...