Hans Arthur Marsiske: Kriegsmaschinen Hommage zum 80. Geburtstag von Fernando Botero von Michael Ebmeyer Der FUTTERblog - streng verdaulich! Joy As A Toy: Dead As A Dodo Nis-Momme Stockmanns Heimkehrstück "Der Freund krank" in Frankfurt uraufgeführt
Dienstag, 22. Mai 2012 | 13:19

 

Fritz Emslander (Hg): Tiefenschärfe.

29.03.2007


Gelungener Appetizer

Kaum zu glauben, aber wahr: bis ins ausgehende 20. Jahrhundert hinein wurde der Fotografie die Anerkennung als künstlerische Ausdrucksform verweigert.

 

Dies zu verdeutlichen, ist zwar nur ein Nebenaspekt des vorliegenden Katalogs Tiefenschärfe, der eine Ausstellung aus dem Jahr 2006 in Baden-Baden dokumentiert. Es sind aber solche Details, mit denen die Texte angefüllt sind, die dazu beitragen, dass es dem Band gelingt, einen quasi appetizerhaften Überblick über die Geschichte des Themas „Menschen“ in der europäischen und amerikanischen Fotografie zu vermitteln.

Das funktioniert wohl auch, weil die Ausstellung zugleich die Entstehung der fotografischen Sammlungen des Institut d'art contemporain – Collection Rhône-Alpes in Villeurbanne/Lyon und des Musée d'art moderne in Saint-Étienne Métropole zusammenfasst und insofern ein Resümee angestrebt wurde, was insbesondere in Martine Dancers Katalogbeitrag „Im Geiste einer Sammlung: Tiefenschärfe“ deutlich wird.
Der Kurator Fritz Emslander skizziert in seinem Text „Teilnehmende Beobachter“ die sich wandelnde Rolle der Fotografen – und damit zugleich die sich wandelnde Rolle des Menschen – im Zentrum dieser Betrachtung. Das Gestaltungsmittel der Tiefenschärfe (oder Schärfentiefe) in der Fotografie hat insbesondere eine Aufgabe: das Zentrum des Bildes zu fixieren und damit den Blick des Betrachters zu lenken, in diesem Fall auf Menschen, die sich oftmals auf Straßen oder Plätzen bzw. in ihrer alltäglichen sozialen Umgebung befinden. Die diesbezüglichen, oft durch fortschreitende fototechnische Entwicklungen mitbedingten gestalterischen Veränderungen über die Jahrzehnte hin lassen sich in dem, allerdings nicht konsequent chronologisch angeordneten, von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgehenden Katalogteil trotzdem gut verfolgen.

Eine Übersicht über 40 Fotografen – von Cecil Beaton über Walker Evans, Yves Bresson und Nan Goldin bis hin zu Thomas Struth –, die jeweils mit ein bis mehreren Bildern und einem kurzen Einleitungstext vorgestellt werden, machen den Band zu einer kurzweiligen Ausgangsbasis für eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Thema „Mensch“ in der Fotografie.

Von Olaf Selg









Abb.: Yves Bresson: Londres, la ville, 1980








Fritz Emslander (Hg): Tiefenschärfe. Bilder vom Menschen aus den Fotosammlungen des Institut d'art contemporain – Collection Rhône-Alpes, Villeurbanne/Lyon und des Musée d'art moderne de Saint-Étienne Métropole.
Beiträge von Jean-François Chevrier, Martine Dancer, Fritz Emslander, Astrid Ihle, Dirk Teuber, Barbara Wagner, Harriet Zilch.
Wienand Verlag 2006.
208 S. mit 12 farb-, 125 s/w- und 11 Duoton-Abb.
29,90 ¤.
ISBN 3-87909-890-5

Garten Eden vor der Haustüre

Sie heißen Tigerella, Gelber Squash oder Rote von Paris. Sie gehören alten Sorten an, die oftmals in Vergessenheit geraten sind – doch ihre Farben-, Formen- und Geschmacksvielfalt ...

Öko oder Nazi - Hauptsache Pirat!

Die gute Nachricht zuerst: Die Polizei hat diese Woche bei einer Razzia in Nordrhein-Westfalen zwanzig Wohnungen durchsucht und drei Rechtsextreme im Alter zwischen 18 und  20 Jahren ...

Gegen die Dominanz des Beliebten

Nach Amazon (1997) und Google (2004) geht nun mit Facebook das dritte Internet-Schwergewicht an die Börse. Häufig liegen die drei Unternehmen mit der Entwicklung neuer Techniken ...

Augenblicke des »alten Europa«

Tony Judts literarischer Gang durch sein Chalet der Erinnerungen.

 

Von WOLFRAM SCHÜTTE

Toppreis für Ihr Zahngold

Mit Die Sorgen der Killer empfiehlt sich Guido Rohm einmal mehr als Avantegardist der deutschen Kriminalliteratur.

Von THOR KUNKEL

Verstaubt ohne Ende

Bullenklatschen ist ein irreführender Titel, aber er provoziert – das ließe sich genauso über den Film sagen. Provozierend das Personal: eine Anarcho-Fete. Jedenfalls ...