Warum entschieden Sie und Neo Rauch sich für das XL-Format?
Der Vorteil dieses Riesenformats ist, dass diese Bilder nicht wie kleine Comics daherkommen. Es sind überschaubare Reduktionen. Es sind wirklich Bilder.
Wie wird die Auswahl der Werke in so einem Buch getroffen?
Da es Monographien sind, ist die erste logische Auswahl die der wichtigsten Bilder. Das ist natürlich sehr emotional: Was sind die wichtigsten Bilder? Aber wenn man das Werk ansieht, gibt es Sachen, die einem ins Auge fallen – Meilensteine, die immer wieder auftauchen, auch thematisch. Das sind nicht nur drei, vier. Es gibt immer wieder Bezüge auf solche Schlüsselwerke, ob es Personen sind oder Farben, die immer wieder herausstechen. Das sind die Auswahlkriterien. Aber ob es wirklich verständlich zu machen ist … Ich erzähle das sehr narrativ, aber es ist nicht so narrativ, weil die Geschichten nicht Geschichten sind, die bei A anfangen und bei C aufhören – es entstehen vielmehr Assoziationsfelder. Und diese Assoziationsfelder muss das Buch vermitteln wie eine Ausstellung.
Was ist der komplizierteste Aspekt Ihrer Arbeit?
Die Schwierigkeit dessen, was wir tun, ist, dass wir parallel zum Zeitgeschehen etwas dokumentieren. Er hat Anfang der Neunziger angefangen. Da hat sich das Werk entwickelt. Man kann es sich politisch angucken, sozial oder ganz subjektiv.
Wie gehen Sie mit der mitunter feindseligen Kritik gegen Neo Rauch um?
Kalt ist schon wieder zu emotional. In einer freien Welt kann man alles sagen. Ob das nun über Neo Rauch ist oder über jemand anderen. Sie können über jeden Künstler etwas sagen. Die Abstrakten werden von den Figurativen oder Abstrakten Expressionisten angegriffen, weil es denen zu sehr „pop“ ist. Viele Kritiker haben da, wie jeder Mensch, auch ihre Vorlieben. Später wird die Kunstgeschichte ein eigenes Urteil fällen.