Eine der eigentümlichsten und zugleich wunderbarsten Gattungen der zeitgenössischen Wissenschaftsprosa ist ohne Zweifel die Festschrift. Sie ist zumeist ein freundschaftliches Denkmal für verdiente Lehrer, Förderer oder Kollegen; eigentümlich, weil eine derartige Schrift unterschiedlichste Disziplinen mit verschiedensten Aufsätzen versammelt; wunderbar aber, weil die Festschrift in durchaus lockerer Form einen Einblick in das geistige Innenleben der deutschen Universitäten gewährt.
Das Los der meisten Festschriften ist ein eher tragisches. Sie werden vielleicht von begeisterten Schülern gekauft, von Freunden und Kollegen – für die große Masse an Lesern bleiben sie jedoch im nicht nur metaphorischen Dunkel spezialisierter Forschungsbibliotheken. Es bleibt zu hoffen, dass Roma quanta fuit, die Festschrift für den Regensburger Kunsthistoriker Hans-Christoph Dittscheid, dieses Schicksal nicht teilen muss.
Aus der schieren Masse an Festschriften ragt sie schon alleine durch ihr physisches und geistiges Gewicht heraus. Der Band versammelt weit über 30 Beiträge gegliedert in sieben verschiedene Kategorien, die von der Antike über die jüdische Kultur bis hin zur Architektur der Postmoderne reichen – das alles macht zusammen stolze 846 Seiten, die vor klugen kultur- und kunstgeschichtlichen Betrachtungen nur so überborden.