Es ist eine kleine, feine Schau, die das Salzburger Museum der Moderne in seinem Haus Rupertinum - gegenüber dem Festspielhaus - zeigt. Eine Ausstellung, die sich einem Aspekt des künstlerischen Schaffens von Christian Ludwig Attersee widmet, der bisher in der öffentlichen Wahrnehmung eher ein Schattendasein führte: die Fotografie. Zu sehen sind Arbeiten der 1960er Jahre, in denen sich Attersee als Model, als Objekt der Betrachtung inszenierte. Sowie Plakate und Manifestationen und Arbeiten der 1970er Jahren, in denen Attersee Portraits als Ausgangspunkt für Übermalungen verwendete. Einen Ansatz, den er auch seit der Jahrtausendwende erneut aufgriff.
In seinen frühen Arbeiten spielte Attersee mit Sexualität, Sinnlichkeit, Erotik. Er inszenierte sich mit Posen und Attributen; spielte ironisch mit der eigenen Schönheit, die häufig auch in die Weiblichkeit reichte - in den 60er Jahren durchaus ein Tabubruch. Doch Attersee fotografierte nicht selber, sondern ließ sich fotografieren und nutzte die Fotos als Ausgangspunkt für Provokationen, Collagen und Übermalungen, die farbenfroh mit den Schwarz-Weiß-Arbeiten spielen, sie um eine Dimension erweitern. Die Fotografie nimmt in seinem Schaffen und Leben eine besondere Stellung ein: »Wenn man Attersee haben will als Person, aus Fleisch und Blut, dann muss man in seine Fotozyklen hineinwandern. Will man seine Umgebung haben, muss man in seine Malerei wandern.«