Eli Pariser: Filter Bubble Aléa Torik: Das Geräusch des Werdens von Michael Ebmeyer Der FUTTERblog - streng verdaulich! Joy As A Toy: Dead As A Dodo Kennzeichen T - 28.04.2012
Mittwoch, 23. Mai 2012 | 02:08

 

Suzi Malin: Liebe auf den ersten Blick

26.04.2004

 



Wann, ob und warum es prickelt...



 

Schlüssel zur Gesichtsanalyse

Steffi Graf und Andre Agassi, John Lennon und Yoko o­no, oder gar Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko... die Autorin greift tief in die Promikiste und das nur für ein Ziel: sie behauptet, will beweisen und belegen, dass offenbar ähnliche Gesichtsmuster die Garantie für eine glückliche Beziehung dramatisch erhöhen können. Und wie ist das mit der Liebe auf den ersten Blick? Suchen wir uns instinktiv den Richtigen fürs Leben?

„Jedes Gesicht birgt einen Rhythmus aus physischen Ähnlichkeiten, genetischen Mustern und mathematischen Formeln.“ sagt Suzi Malin, die eine begabte und gefragte Porträtmalerin ist, die bereits Elton John, Mitglieder der Königsfamilie malte und deren ausgesprochenes Hobby seit Jahren Männer- Porträts sind. „Vielleicht wird uns die Wahl des Partners in die Wiege gelegt.“ Eine kühne These und ein noch faszinierenderes Buch! Die Idee und den „Schlüssel zu ihrer revolutionären Theorie der Gesichtsanalyse“ soll Suzi Malin entdeckt haben, als sie gerade an einem Porträt von Prinzessin Diana arbeitete.

Verkürzt und zusammengefasst geht es hierum: wenn es bei ‚Harmonie‘, ‚Echo‘ und ‚prima copula‘ in den Gesichtern der Paare Übereinstimmungen gibt, dann ist das schon wie vier oder fünf Richtige im Lotto, stimmt alles überein, ist das Glück auch ohne Lotto perfekt!
‚Harmonie‘, darunter versteht Suzi Malin die Gleichheit der Gesichtsproportionen, die „geometrischen Gemeinsamkeiten“. Dafür müssen sich die Partner nicht ähnlich sehen. Stimmt‘s mit dem ‚Echo‘, dann sehen sich die Partner auch ähnlich: Augenlid, Augenbraue und Oberlippe weisen eine „übereinstimmende Form“ auf. Mit ‚prima copula‘ bezeichnet die Autorin letztlich die Tatsache, dass ein Partner sich zu jemandem hingezogen fühlt, der mit einer früheren Bezugsperson große Ähnlichkeit hat.

Bill Clintons Mutter

Nachdem schon diese theoretische Einführung alles andere als grau war, geht’s in den bebilderten Praxisteil, und da kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ist es denn wirklich so einfach? Geradezu abenteuerlich auf jeden Fall ! Gespielt wird mit Bildern; Teile, Ausschnitte werden neu kombiniert, mit dem entsprechenden Teil des Partnerbildes zusammengefügt und - siehe da - welch Übereinstimmung und Offenbarung. Erst so eröffnet sich beispielsweise die verblüffende Ähnlichkeit von Camilla und dem einstigen Kindermädchen von Prinz Charles! Erst mit den ausgeklügelten Foto-Collagen wird deutlich, wie sehr Monica Lewinsky Bill Clintons Mutter ähnelt. Wir hatten es doch schon immer geahnt!

Wann, ob und warum es prickelt...

Das Buch gewinnt seine große Attraktivität, seinen Charme und Reiz dadurch, dass alles am eigenen Partner oder im Freundeskreis ausprobiert werden kann. Auffällig ist aber auch die farbige und sehr unterhaltsame Aufmachung: 40 Paare aus dem Showgeschäft, Adel und Politik werden unter die Lupe genommen, auseinander geschnippelt und neu zusammengesetzt, Staunen und Sprachlos- sein sind vorprogrammiert!! Beste Unterhaltung gepaart mit einem Schuss fast wissenschaftlicher Erkenntnis.

Warum es bei einem Paar prickelt und die Liebe von jetzt auf gleich für die nächsten Jahrzehnte besiegelt ist und bei dem anderen Paar nicht... natürlich ist das Aussehen des Gesichts nicht der einzige Grund für Trennung, Scheidung oder Auseinanderleben. Und natürlich sind auch Paare mit zwei ganz und gar nicht ähnlichen Gesichtern vielleicht glücklich. Diese Zuneigung „ist insgesamt rationaler als die Anziehung nach dem visuellen Muster“. Eines ist jedenfalls klar: nach Lektüre des Buches sieht man Paaren plötzlich mit ganz anderen Augen ins Gesicht. „Durch Ihre Kenntnis der visuellen Anziehungsmuster können Sie bei diesem Zeitvertreib ( gem. ist Sitzen im Straßencafe) jetzt zusätzlich zum Spaß damit experimentieren. Welche zwei Menschen würden wohl zusammenpassen?“

Barbara Wegmann


Suzi Malin: Liebe auf den ersten Blick. Warum wir lieben, wen wir lieben
Bildband. Dorling Kindersley Verlag
14,90 EURO. ISBN: 3831005761

Dichter und Diplomat

»Ich erzähle von Dingen, die mich sehr stark geprägt haben. Zum Beispiel, der Spanische Bürgerkrieg aufgrund der vielen Republikaner, die in Mexiko Zuflucht suchten und die ...

Garten Eden vor der Haustüre

Sie heißen Tigerella, Gelber Squash oder Rote von Paris. Sie gehören alten Sorten an, die oftmals in Vergessenheit geraten sind – doch ihre Farben-, Formen- und Geschmacksvielfalt ...

Maigrüße

Ich liebe den 1. Mai. Tag der Arbeit! Der Tag an dem wir den Vorkämpfern der Arbeiterbewegung gedenken. Der Tag, an dem wir demütig unsere Häupter neigen vor | weiterlesen

Augenblicke des »alten Europa«

Tony Judts literarischer Gang durch sein Chalet der Erinnerungen.

 

Von WOLFRAM SCHÜTTE

»Scheißwald,
Scheißnatur, ey!«

Leicht grenzwertig diesmal, möchte man meinen. Setzt das gewöhnliche Schema von Mord, Aufklärung, Festnahme etwa Schimmel an? Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) geht dem Hinweis auf ...

Maler der Farben und Formen

Üppige Figuren und bunte Farben sind die Markenzeichen des kolumbianischen Malers Fernando Botero. Anlässlich seines 80. Geburtstags zeigt die Galerie Samuelis Baumgarte Bilder, ...

Toppreis für Ihr Zahngold

Mit Die Sorgen der Killer empfiehlt sich Guido Rohm einmal mehr als Avantegardist der deutschen Kriminalliteratur.

Von THOR KUNKEL

Verstaubt ohne Ende

Bullenklatschen ist ein irreführender Titel, aber er provoziert – das ließe sich genauso über den Film sagen. Provozierend das Personal: eine Anarcho-Fete. Jedenfalls ...

Kampf der Superlative

Wenn ausgerechnet Incal-Autor Alejandro Jodorowsky, der inzwischen auch »Heilung durch Kunst« betreibt, die Geschichte des mächtigsten Killers des Universums erzählt, ...