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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 10:58

Machine Head: Unto The Locust

13.10.2011

Denn sie bedeckten das Land und verfinsterten es

Das siebte Album der kalifornischen Thrasher Machine Head ist ihr bislang stärkstes. Einer biblischen Heuschreckenplage gleich fegen sie mit den sieben Songs übers Land und hinterlassen Zerstörung, Chaos und das Gefühl, hier die Metalplatte des Jahres vor sich zu haben. Von DAVID EISERT

 

Das siebte Album der Kalifornischen Thrasher Machine Head ist ihr bislang Stärkstes geworden. Einer biblischen Heuschreckenplage gleich fegen sie mit den sieben Songs über das Land und hinterlassen Zerstörung, Chaos und das Gefühl, hier die Metalplatte des Jahres vor sich zu haben. Von DAVID EISERT

 

Vier Jahre sind seit dem bockstarken Album The Blackening ins Land gezogen und Machine Head haben kontinuierlich an sich und ihrem Stil gearbeitet. Auch wenn sie nicht übertrieben viele Platten verkaufen – von der Klasse her gehören sie mit Unto The Locust nun zu den absoluten Marktführern im Heavy Metal. Die vom Kopf der Band angekündigte Verfeinerung der Marke Machine Head ist bei allen Songs der Scheibe deutlich zu erkennen. Rob Flynn (Gesang, Gitarre) hat an seinem Gesang gefeilt und ihm interessante Facetten hinzugefügt. Dem rauen Gebrüll wird mehr als einmal ein klarer, melodischer Akzent hinzugefügt. Den nächsten Schritt hat auch das Gitarrenduo Flynn/Demmel gemacht. Waren Riffs, Riffs, Riffs schon immer die Macht im fetten Sound des Quartetts, verfeinern nun brillante Soli und Melodiebögen die lässig aus der Hüfte abgefeuerten Thrashgeschosse der Güteklasse A.

 

Wer beim Wort »Melodie« Angst bekommt, dass Machine Head zur Altersmilde neigen, kann sich schon mit dem ersten Song I Am Hell beruhigen: Das Inferno, welches nach dem hübschen Vokalintro ausbricht, lässt keine Wünsche offen. Bis ins kleinste Detail durchdacht und auskomponiert kommt der Song auf stattliche 8:25 Minuten, von denen keine Sekunde überflüssig erscheint. Machine Head setzen voll auf Klasse statt Masse und so kommt die Platte mit gerade sieben Stücken aus. Mehr brauchten die Klassiker des Heavy Metals damals auch nicht und es wirkt so, als ob sich Machine Head davon nachhaltig beeinflusst haben lassen. Be Still And Know eröffnet mit einem Gitarrenduell in bester Iron Maiden-Manier, welches sich als Thema durch den gesamten Song zieht. Der Titel Track verbreitet eine düstere Stimmung und wird sicher ein Abräumer bei den anstehenden Konzerten werden. Ein gefühlvolles Akustikintro leitet This Is The End ein, metallicaballadenmäßig setzt die E-Gitarre ein und dann bricht die Hölle los. Geschwindigkeit, Riffing und Gesang erinnern an den Death Metal der Göteborg Schule. Im Moshpit wird der Teufel los sein.

 

Als Highlight und Masterpiece der Scheibe kommt Song Nr. 5 The Darkness Within daher. Das Tempo gedrosselt aber unheimlich intensiv. Als einziger Song bietet Pearls For Swine wenig Spektakuläres. Ein solider Metal Song mit dem nu-metaltypischen Obertongequitsche und fettem Schlagzeuggebollere. Zum Finale hauen Machine Head Who We Are, eine wahre Hymne, raus. Der Refrain erinnert an typischen Teutonen Heavy Metal – Helloween schauen ums Eck – und hat eine eingebaute Mitshoutgarantie! Ich sag mal: »Alles richtig gemacht« – Hellaluja!

 

 

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