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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 10:58

Conmoto: Cut Cut Cut

13.10.2011

Which part of Fuck Off don´t you understand?

Groß war die Lücke, die die Bubonix mit ihrem plötzlichen Aus in die heimische Hardcore-Landschaft rissen. Nun können die Tränen getrocknet werden. Conmoto sind quasi die Nachfolgeband und halten die Fahne des angepissten Hardcore und Punks hoch. Von DAVID EISERT

 

Gleich nach dem Off der Bubonix gründeten Oliver Kunz und Markus Klees ihre neue Band. Ein neuer Mann für’s Schlagzeug wurde mit Manuel Schneider gefunden. Aber erst, als Sarah de Castro zum Mitmachen gewonnen wurde, nahm die ganze Sache wieder richtig Fahrt auf. Unter der Regie von Kurt Ebelhäuser nahmen die Vier in nur sieben Tagen ihren Erstling Cut Cut Cut auf und Noisolution sind so freundlich, selbigen unters Volk zu bringen.

 

Zur Musik. Es gibt Platten, da weiß man schon nach den ersten Tönen, dass hier einfach alles stimmt. Cut Cut Cut hat mich beim ersten Hören nach exakt 45 Sekunden von sich überzeugt. Genau dann, wenn die brettharte, hektische Strophe in den sanften Chorus übergeht. Großer Sport, und das ist erst der Anfang. Vom Stil her sind Conmoto nah an den Bubonix. Nah meint aber nicht kongruent, sondern Hardcore und Punk mit Haltung und einer klaren Meinung. Die Band geht insgesamt etwas reduzierter zur Sache. Die elektronischen Spielereien von der letzten Bubonix-Platte sucht man hier vergeblich: Es gibt auch nur noch zwei Gitarren, was den Sound merklich entzerrt. Pur und direkt geht’s auf die Knochen. Härte und Groove sind gut aufeinander abgestimmt und machen jeden einzelnen Song zu einem intensiven Hörerlebnis.

Als feiner Schachzug erweist sich die Entscheidung, Sarah de Castro die Rolle als Sängerin übernehmen zu lassen. Sie singt ungemein variabel und drückt jedem Song ihren eigenen Stempel auf. Von zuckersüß zu überdreht bis hin zu fiesen Growls ist alles dabei. Und das Ganze auch ohne übertriebene Hilfe vom Mischpult. Sehr gut.

 

Läge Limburg nicht an der betulichen Lahn sondern, sagen wir mal, am Hudson River, Lieder wie Be A Knife oder Cutting Off würden von arte als Avantgardesensation gefeiert. So läuft man aber keine Gefahr, sich die Band mit blutarmen Kunstinteressierten teilen zu müssen. Kunststudent stay out of the Club!

 

 

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