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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 10:59

Björk: Biophilia

13.10.2011

Mehr oder weniger

Für Björks Verhältnisse ist Biophilia auf den ersten Blick fast schon minimalistisch ausgefallen. Aber bei der Isländerin ist selbst weniger noch mehr. Von TOM ASAM.

 

Björk kommt auf ihrem neuen Werk mit deutlich weniger Gästen aus als zuletzt und stellt ihre Stimme – klar und ungefiltert – (wieder) mehr in den Mittelpunkt. Das wir deshalb noch längst keine one-woman-bonfire-Songs zu hören bekommen, dürfte jedem klar sein, der sie ein wenig kennt. So bietet Björks siebtes Studioalbum schon mal einen konzeptionellen Überbau, der einen Bereich erschließen will, in dem harte wissenschaftliche  Fakten und Emotionen  ineinandergreifen. Verstand und Gefühl sollen ebenso wie das physische oder virtuelle Handeln nicht in Kontrast zueinander stehen, sondern sich ergänzen – so wie akustische, analoge Instrumente und computergenerierte Klänge. Da kann man – oder zumindest Björk – es natürlich nicht bei einem schlichten Album belassen. Zu den zehn Songs, die »Wissenschaftliches, Naturphänomene und musikwissenschaftliche Erkenntnisse« miteinander verbinden sollen, gibt es jeweils Apps – und Workshops für Kinder soll es auch noch geben. Genug für eine eigentlich reduzierte Platte? Nein! Ein paar selbstgebaute Instrumente (z.B. eine Gamelesta – Hybrid aus Gamelan und einer Celesta) brauchsts schon noch.

 

Für Die Hard-Björk-Fans gibt es also letztlich doch wieder mal eine ganze Menge auszuschecken. Für den ›normalen‹ Pop-Fan bleibt ein gutes Album, das um zum ganz großen Wurf zu werden doch hin und wieder zu viel Aufmerksamkeit fordert, für das was man letztlich zu hören bekommt. Nicht alle Sounds sind so zwingend, als dass man dafür ein Instrument bauen müsste; die Songs selber sind eher solide – über die Stimme von Björk muss man nichts mehr sagen.

 

 

 



 

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