Irgendwie blass klingen die Synthiebeats, die Rob Barber komponiert hat, und obwohl er sicherlich kein schlechter Songwriter sein mag mangelt es den Stücken eklatant an Dynamik – nicht unbedingt seine Schuld, denkt man schnell. Pearson mag nun trauriger sein als jemals zuvor, das ist ja völlig belanglos. Wirklich bedauernswert ist, wie wenig Energie sie aufs Singen verwendet, wie farb- und kraftlos sie ihre wenig interessanten Melodien am poppigen Grundkonstrukt vorbeileiert und damit die Songs endgültig in den Bereich des Belanglosen hinabzieht. Höhepunkt ist da Dry Lake: Ein wenig apathisch zu klingen, distanziert vom Song, das bringt immer einen schönen Effekt – wenn man es denn beherrscht. Wenn nicht, ist das nur affektiert. Ein ganz klein wenig Effekthascherei mag man dem Duo sowieso vorwerfen wollen. Im Opener Year Off meint man das Echo vergangener Zeiten auszumachen – Depeche Mode könnte da sehr wohl Pate gestanden haben.
Im Grunde genommen klingt Original Colors nicht wirklich schlecht, hat seine interessanten Ausflüge Richtung Techno, Ambient; hat seine tanzbaren Passagen, seine chilligen Wohlfühlmomente und bleibt dabei doch immer im knackigen Pop-Format verhaftet. Recht zünden mag es allerdings nie so wirklich. Das ist ja viel bedauernswerter als die Seelenlage der beiden Mitglieder von High Places. Denn aus dieser müden Platte hätte sicherlich auch ein wirklich gutes Stück elektronischer Eklektizismus werden können – so ist Original Colors jedoch alles andere als originell und farbenfroh.