Die bisherigen DIY-Projekte, die die Franzosen angingen, konnten vom kleinen Label Sauvage Records nicht wirklich groß angeschoben werden. Doch die Lieder, die wir auf Joan zu hören bekommen, sind es unbedingt wert, erhört zu werden. Sie bewegen sich zwischen minimalen Arrangements und unaufdringlichen, aber bestechenden bittersüßen Melodien. Dabei bedient man sich Ausdrucksweisen der letzten vier oder fünf Jahrzehnte der populären Musik. Am ehesten kommen einem allerdings die 80er Jahre und Großbritannien vor dem Britpop-Boom in den Sinn.
Das Sarah Label hatte mit The Orchids, The Fieldmice oder The Springfields zurückhaltend verträumte Gitarrenbands am Start, deren Geist man hier ebenso spürt wie die kühle Souveränität der grandiosen Young Marble Giants. Letztere wären wohl für immer ein Tipp unter Plattennerds und Kritikern geblieben, wären da nicht vor einigen Jahren The XX mit deutlichen Anleihen bei selbigen verdientermaßen ins Licht getreten. Gut man könnte hier auch auf Velvet Underground oder Leonard Cohen verweisen. Maison Neuve haben einen Tick mehr Fleisch am Knochen, als die genannten Bands, ohne aber zu modern zu klingen. Zeitlos gut ist die somit Platte auf alle Fälle. Anspieltipp: Under Skies of Fire