Manchmal fügen sich die Dinge schon auf wundersame Weise. Als Ritchie Young, Kopf der damals noch unbenannten Musikerschar, altes Tonbandmaterial auf E-Bay ersteigerte, stieß er auf den Namen Loch Lomond. Dies ist der größte See Großbritanniens – und seitdem auch Name der Band, die eigentlich auf »irgendwas mit Mountain« spekulierte. Dass die Band dann passenderweise auch noch bei einem schottischen Label landete, kann kein Zufall sein. Nur am Namen allerdings kann es nicht gelegen haben, handelt es sich hier doch nicht um irgendein schottisches Label, sondern um bewährte Garanten für Qualität: Chemikal Underground. Das nächste Teil im Bandpuzzle, das perfekt passte: Die Quasi-Nachbarn von The Decemberists nahmen die Lochs mit auf Tour.
Wer The Decemberists schon mal live erleben durfte, weiß: Das ist eine absolut professionelle Truppe mit großer Bühnenpräsenz. Neben der Tatsache, dass man sich da mit Sicherheit so einiges abschauen kann, sollte nicht unerwähnt bleiben, dass man aufgrund der Tatsache, dass The Decemberists in ihrer Heimat schon eine ziemliche Macht sind, plötzlich statt in hunderter-Clubs in großen Hallen spielen konnte. Der schöne Folk-Pop von Loch Lomond lebt von der flexiblen Stimme Youngs, dessen Songwriter-Qualitäten und einer reichen Instrumentierung. Die Rockgitarre tritt hier zugunsten von Mandoline, Fiddel, Vibraphon und Mellotron gerne in den Hintergrund. Britischer Folk war hier wohl mindestens genauso einflussreich wie heimische Traditionen. Schließlich treiben wir uns hier ja auch durch die Lochs und nicht über die Blue Rich Mountains. Von dieser Band werden wir noch hören.