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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 11:24

Matuto: Matuto

17.11.2011

Groove-Country

Eine US-amerikanisch-brasilianische Kooperation mit ausgezeichneten Gastmusikern und äußerst eigenständigem Stilmix. Ein Tipp für Großstadt-Cowboys von TOM ASAM

 

Als Matuto bezeichnet man im Nordosten Brasiliens einen einfachen Burschen vom Lande. Der Sound, der sich hinter der gleichnamigen Band verbirgt, ist allerdings bei allem Feuer etwas vertrackter. Im Zentrum steht der Italo-Amerikaner Rob Curto, der bei langjährigen Aufenthalten in Brasilien mit dem Perkussionisten Cyro Baptista, dem Tastenmeister Dominguinhos und der Sängerin Elza Soares gespielt hat. So verwundert es nicht weiter, dass uns der Matuto-Gockel mit einer ganz eigenen Art »Country« zwischen Bluegrasswurzeln und brasilianischer Percussion wachruft. Doch zum Klanguniversum von Matuto gehören ebenso Swing, Bebop und eine Prise (Blues-)Rock.

 

Unterstützung findet Curto in Clay Ross aus South Carolina, der an der Gitarre die nötige Flexibilität und Virtuosität mitbringt. Um dieses Duo scharen sich zehn weitere erfahrene Musiker, unter ihnen der Drummer Richie Barshay (Herbie Hancock), Bassist Edward Perez, der zwischen afro-peruanischer Tradition und Modern Jazz oszilliert, sowie der preisgekrönte Bluesgrass-Fiddler Rob Hecht.

Ob im Opener Dois Nordestes, wo Akkordeonausritte auf Surfgitarren treffen, beim Church Street Blues, der auf südamerikanische Rhythmik trifft oder in Retrato De Um Forró, einem Klassiker von Luis Gonzaga, dem großen Popstar der Música Nordestina, bei dem überraschend Lap Steel-Sounds integriert werden – die Musik von Matuto ist bei aller Energie stets voller fein austarierter Überraschungen, ohne jemals in langweiliges Muckertum zu verfallen. Bei What a Day taucht zwischen heftiger Percussion auf einmal eine an Morrissey erinnernde Gesangsmelodie auf. Sehr überraschend. Sehr empfehlenswert!

 

 

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