Eli Pariser: Filter Bubble Hans Arthur Marsiske: Kriegsmaschinen Hommage zum 80. Geburtstag von Fernando Botero Aléa Torik: Das Geräusch des Werdens Kennzeichen T - 28.04.2012 Nis-Momme Stockmanns Heimkehrstück "Der Freund krank" in Frankfurt uraufgeführt
Mittwoch, 23. Mai 2012 | 11:27

Snow Patrol: Fallen Empires

17.11.2011

U2-Play

Die Poprock-Supertruppe mit ihrem sechsten Album. Von TOM ASAM

 

Snow Patrol sind so etwas wie die Iron Maiden des Radio-Rocks. Bodenständige Jungs mit einer treuen Fangemeinde, die eine unvorstellbare Mengen an Tonträgern verhökern – bei Kritikern aber eher Schulterzucken bis müdes Lächeln hervorrufen. Sie sind Coldplay ohne die Aufmerksamkeit von Brian Eno und Co. – und ohne Filmstar-Glamour und Firlefanz. Und somit natürlich ein weiterer U2-Fanblock auf ewiger Weltreise. Wenig originell wirkt es da, für die Produktion des sechsten Albums, zwecks Inspiration, wohin zu fahren? Klar, wir reden vom Joshua Tree-National Park. Zum Weiterlästern empfiehlt sich ein Blick aufs Cover (gemalter Greifvogel) oder die Songtitel (The weight of love, New York oder – hey! – Berlin). Hört man dann nur eine tränenziehende Radioballade, wie The garden rules, ist man schnell von der völligen Belanglosigkeit der schottischen Schneepatrouille überzeugt. Aber hört man sich das ganze Album an, muss man der Truppe um Gary Lightbody zugestehen, dass sie sich Mühe gegeben hat und stellenweise durchaus zu überzeugen weiß.

 

Neben U2 hat es der Band nach eigenen Aussagen vor allem jene Band angetan, die dem Indiestatus so rasend und glaubwürdig wie nur möglich entstiegen ist, um zu einem der Rolemodels des Pop des neuen Jahrtausends zu werden: Arcade Fire. So ist Fallen empires insgesamt auch etwas verspielter und weniger poliert ausgefallen, als zu befürchten. Neben der einen oder anderen verzerrten Gitarre kann man auch ein gewisses Schielen auf die Tanzfläche (I´ll never let go) und den »Mut« zum Experiment (Percussion-Attacke im Titelsong) ausmachen. Die Fähigkeit zu zwingenden Hooklines möchte ihnen sowieso niemand absprechen. Trotzdem bleiben ein zu hoher Kuschelballaden-Faktor und hausbackene Durchschnittlichkeit das Problem der Truppe – oder besser, des Hörers. Aber, wahrscheinlich ist es ist wie bei Iron Maiden: Die einen hören sie unheimlich gerne, die anderen heimlich. Wie soll man sonst auch auf elf Millionen verkaufte Scheiben kommen?

 



 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

Toppreis für Ihr Zahngold

Mit Die Sorgen der Killer empfiehlt sich Guido Rohm einmal mehr als Avantegardist der deutschen Kriminalliteratur.

Von THOR KUNKEL

Verstaubt ohne Ende

Bullenklatschen ist ein irreführender Titel, aber er provoziert – das ließe sich genauso über den Film sagen. Provozierend das Personal: eine Anarcho-Fete. Jedenfalls ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...

Gegen die Dominanz des Beliebten

Nach Amazon (1997) und Google (2004) geht nun mit Facebook das dritte Internet-Schwergewicht an die Börse. Häufig liegen die drei Unternehmen mit der Entwicklung neuer Techniken ...

»Scheißwald,
Scheißnatur, ey!«

Leicht grenzwertig diesmal, möchte man meinen. Setzt das gewöhnliche Schema von Mord, Aufklärung, Festnahme etwa Schimmel an? Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) geht dem Hinweis auf ...