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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 11:30

Boo Willliams: Home Town Chicago / V/A: Bangs & Works Vol. 2

24.11.2011

Zeitmaschinen

Ein House-Klassiker und der zweite Teil der zukunftsweisenden Bangs&Works-Compilation. Ein Chicago-Trip mit TOM ASAM

 

Anotherday Records, ein neues Label aus England, tritt an mit dem selbst erteilten Auftrag, nach vergessenen Klassikern der (elektronischen) Musik in den Untiefen der Archive zu tauchen. Die Label-Betreiber erwischen einen guten Start mit der Wiederveröffentlichung des Albums Home  Town Chicago von Boo Williams. Chicago ist nicht zuletzt berühmt dafür, Brutstätte der House Music zu sein. Was Anfang der 80er begann sich zu entwickeln, wurde über die Jahre zu einem weltweiten Erfolg in mehreren Wellen und Stilausformungen. Boo Williams debütiere 1994 auf Curtis Jones´Relief Records einem etwas härteren Ableger des Cajun Labels mit einer EP, um zwei Jahre später mit Home Town Chicago seine elektronisch ausgeprägte Liebe zu House über Albumlänge auszudrücken. Obwohl auf den Dancefloor ausgerichtet, offenbart Williams hier auch eine softere Seite. Auch 15 Jahre später muss man attestieren: ein gelungenes Album.

 

Der brillante Autor Simon Reynolds beschäftigt sich im Musik-Buch des Jahres Retromania ausführlich mit dem auffälligen Hang des Pop der letzten Jahre zum Retro-Kult. Tatsächlich ist fast alles, was nicht direkt als Retrosound identifizierbar ist, in den 00er Jahren zumindest ein Mash-Up verschiedener wieder aufgegriffener Themen, Stile und Sounds. Als eine der ganz wenigen Ausnahmen nennt Reynolds den in den letzten Monaten langsam auch die Stadtgrenzen Chicagos verlassenen Makro-Trend Footwork. Dieses rohe Bassmusik-Monster hat mittlerweile seinen Einfluss auf Acts jenseits der unmittelbaren Szene, etwa Machinedrum oder Kuedo. Bangs & Works Vol. 2 bringt uns jedoch zurück zum Ausgangspunkt des Geschehens. Allerdings wird die Szene hier in einem weiteren Ausschnitt präsentiert als auf dem ersten Teil. Neben in einem gewissen Rahmen bereits etablierter Produzenten, die teilweise ihre Wurzeln in den Szenen Juke oder Ghetto House haben (Rashad, Traxman, Roc) oder dem Footwork-Pionier RP Boo werden auch neue Talente mit unterschiedlichen Einflüssen vorgestellt. DJ Metro´s Tekno Bangz würdigt die verrückte Seite des Techno während DJ T-Why´s beide hier vertretenen Tracks eher eine Überführung von Einflüssen der Musique Concrete in die Basswelt darstellen.

 

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