Gemeint ist der Bonustrack einer CD, die unter dem Namen von Max Roach figuriert. Der Titel ist ein Standard, There Will Never Be Another You, und der Bassist, mit dem Roach ein fast sechsminütiges Duett zelebriert, heißt Oscar Pettiford. Zwei Giganten des Jazz an Instrumenten, die traditionell zur Rhythmusgruppe gehören, ganz ohne »Melodieinstrumente«: was dabei herauskommt, darf mit Fug und Recht sensationell genannt werden. Es lohnt sich, diese CD allein wegen dieser Zugabe zu kaufen.
Max Roach hat wie wohl kein zweiter Musiker dazu beigetragen, dass das Schlagzeug sich den Melodieinstrumenten annähert, dass es, obwohl es auf bestimmbare Tonhöhen verzichten muss, zu singen scheint. So differenziert wie er beherrschen nur wenige die Perkussion. Vom Begleitinstrument, das für den Beat sorgt, ist dieses Schlagzeug meilenweit entfernt – rhythmisch, dynamisch und im Reichtum der Klangfarben. Max Roach, der 2007 im Alter von 83 Jahren starb, wurde vielfach nachgeahmt, nicht nur im Jazz. Auch Rock-Drummer wie Ginger Baker oder Jon Hiseman haben von ihm gelernt. Aber seine Aufnahmen bleiben bis heute wegweisend. Die hier vorliegenden stammen aus dem Jahr 1958. Sechs der sieben Titel, die auf der ursprünglichen LP enthalten waren, spielt Max Roach mit seinem damaligen Quintett: George Coleman am Tenorsaxophon, Booker Little an der Trompete, Ray Draper an der Tuba und Art Davis am Kontrabass. Ein Stück, Conversation, ist zur Gänze ein Schlagzeugsolo, in dem Roach einmal mehr seine Virtuosität demonstrieren kann, stets Musiker und nicht Zirkuskünstler.