Die Platte macht beim ersten Anfassen einen recht soliden Eindruck. Ein zweiseitiges Booklet mit manch ironischer Bebilderung und nett Verfasstem getreu dem Motto: »Uns doch egal!« Auch das Artwork lässt darauf schließen, dass Trillerfisch Records mal wieder eine Platte rausbringt, die man haben kann – aber nicht muss, die hörenswert ist, aber vermutlich keinen Punkrock-Evergreen liefert.
Doch: Robinson Krause brettern mit dem ersten Song Fokker 100 direkt mal gegen die Wand. Typisch Punkrock und sehr ansprechend. So findet sich das solide gespielte Schlagzeug, der Bass und die solokarge Gitarre in Musiken wieder, die der gemeine Punkrockliebhaber eher in nördlichen Gegenden, besiedelt von Bands wie Montreal und Labels wie Hamburg Records, vermutet. Allerdings haben die Kölner von Mofa ja schon vorgemacht, dass es auch am Niederrhein manch knalligen Punk gibt.
Textlich bewegen sich Robinson Krause bereits sehr ausgereift in den trashpunkrockuntypischen Genres der Liebe, Lebensweisheiten und der eher angenehmen Gefilden. Nur wenig lässt erahnen, dass die Band bei ihren Konzerte auf Trash und Chaos setzt. Diese untypische Textorientierung wird von einem klaren und harmonischen Gesang untermauert. Was macht die Platte dennoch zu einem klaren Punkalbum? Der Mix. Hier hört man deutlich, dass Punkrocker am Werk waren, die hier und da auch mal fünf gerade sein lassen.