Serphs Winter Alchemy zeigt sich von einer besinnlicheren Seite. Klar, schließlich handelt es sich um eine Weihnachts-EP, die Motive von westlichen Klassikern aufflackern lässt und sie ordentlich durchdekonstruiert. In der Instrumentierung lässt Serph kein Klischee aus, lässt die Glöckchen klingen und verliert sich trotzdem nicht im Kitsch. Auf Twinkler spielt der Japaner seine volle Stärke aus – IDM-Reminiszenzen treffen auf eingängige Melodien, und trotz aller gebrochener Beats überwiegt doch eine grundlegende Entspanntheit. Die gesamten sieben Songs schmecken dankenswerterweise weniger nach Zimt und Mandarinen. Die EP hat in all ihrer Liebäugelei mit poppigem Feeling einen sehr japanischen Touch und dürfte im Plattenschrank neben World’s End Girlfriend und NAKASHIMA Motohiros frühen Alben ganzjährig bestehen. Wo Reliq nicht überzeugt, da punktet Serph umso mehr – vielleicht doch ein Vorteil der dissoziativen Musikerpersönlichkeit, die sich in Rätsel hüllt.