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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 11:49

Dente: Io Tra Di Noi

12.01.2012

Noi. Voi. Joy.

Es scheint, als bekäme man hierzulande nicht allzu viel über aktuelle, italienische Popmusik mit. Die Trends werden vorwiegend im angloamerikanischen Bereich losgetreten, mehr oder weniger skurrile Nischen sucht der geneigte Hörer hingegen gerne in exotischen Ländern. So denkt man bei italienischem Pop vorschnell an größere Namen der Vergangenheit. Nähert man sich als Fan über gewisse Nischen-Genres an, etwa Postrock, stellt man schnell fest, dass es auch in bella italia eine unglaubliche Fülle von guten – meist (im Ausland) nicht größer beachteten – Bands gibt. Aber wer bekommt hierzulande schon mit, welche italienischen Künstler aktuell den Zuspruch größerer Hörerscharen in ihrer Heimat genießen? Dente gehört dazu. Von TOM ASAM.

 

Der 1976 geborene Liedermacher Giuseppe Peveri aka Dente begann an der Gitarre in Bands wie Quic oder La spina, sein Solodebut Anica in bocca (jestrai) erschien 2006. Seitdem kann er auf mehrere Veröffentlichungen und eine stetig steigende Resonanz zurückblicken. Seine Platten wurden in den großen Tageszeitungen und nationalen Ausgaben der Hochglanzmagazine abgefeiert, die Größe der Bühnen nahm zu.

 

Dentes aktuelles Album Iotradinoi – in Italien bereits im Oktober veröffentlicht – spielt auf den Titel von Charles Aznavur´s Io tra di voi an. Auch musikalisch ist ein Bezug zu vergangenen Tagen zu spüren. Iotradinoi orientiert sich an der großen Singer/Songwriter-Tradition und verzichtet auf Spielereien mit Trends oder all zu großen Produktions-Schnickschnack. Akustische Instrumente und analoge Tasteninstrumente wie ein Fender Rodes oder 0rgano Rodeo haben Raum sich zu entfalten, ohne Dentes melancholisch angehauchte Stimme ihrer Wirkung zu berauben. Stimme und Umgang mit Gesangsmelodien erinnern mich an einigen Stellen an die leider übersehene australische Youth Group, auch wenn der Vergleich insgesamt eher auf falsche Wege führen mag. Iotradinoi ist ein zeitlos schönes, unaufdringliches, aber intensives und zugleich traditionsbewusstes Album. In seiner Heimat ist Dente damit in den Charts gelandet, wenn auch noch nicht auf den vordersten Plätzen. Das mag noch folgen. Auftritte vor mehreren 100.000 Leuten, wie bei einer 1.Mai-Veranstaltung in Rom, sind dabei sicher nicht hinderlich.

 



 

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