Synth-Bass und programmierte Beats – Sam Genders auf Solopfaden Richtung Tanzfläche? Nein, sooo weit entfernt sich Genders gar nicht von seiner Stammkapelle Tunng. Zunächst einmal bleibt festzuhalten, dass Diagrams kein Ein-Mann-Laptop-Projekt ist. Live steht Genders gar eine neunköpfige Band zur Verfügung, was in dieser Stärke schon wieder überrascht. Auf alle Fälle zeichnen sich auch Diagrams durch Abwechslung und Spielfreude aus, auch wenn etwas minimalistischer und straighter als unter dem Tunng-Banner.
Auch wenn Black light übertitelt, handelt es sich um ein buntes Popalbum, das etwas weniger impressionistisch als von Genders gewohnt daherkommt. Aber gute Popsongs bleiben gute Popsongs; diese hier graben sich, wie etwa Tall buildings, verdammt schnell in die Gehörgänge ein. Die durchaus vorhandenen Feinheiten hört man erst beim dritten Hören. Black lights bringt die »elektronische Seite« von Genders zum Vorschein und sollte dem talentierten Songschreiber einige neue Anhänger einbringen. Stellenweise klingt das Album wie eine perfekte Mischung aus Tunng und Elbow. Ob das dem großen Erfolg Elbows auf der Insel geschuldet ist oder nur einer – vermuteten – gemeinsamen Vorliebe für Peter Gabriel, bleibt unklar.
Ist auch egal, black lights ist ein frisches Popalbum eines Künstlers, der unglaublicherweise von sich selbst sagt, nicht immer das nötige Selbstvertrauen zu besitzen. Den Albumtitel erklärt der an Psychologie und »Selbsthilfe-Kram« interessierte Genders so: »Mir gefällt der Gedanke, dass Gut und Böse oder Hell und Dunkel nicht immer so ersichtlich und klar sind. Manchmal führen die schlechtesten Erfahrungen zu den besten Dingen im Leben …« Black Light gehört dazu!