Eli Pariser: Filter Bubble Aléa Torik: Das Geräusch des Werdens von Michael Ebmeyer Der FUTTERblog - streng verdaulich! Kathrin Hartmann: Wir müssen leider draußen bleiben Kennzeichen T - 28.04.2012
Mittwoch, 23. Mai 2012 | 11:55

Jazzanova: upside down / Luciano: Vagabundos

19.01.2012

Mixed and remixed

Gesammelte Remix-Arbeiten zu Stücken des Berliner Quintetts Jazzanova treten an gegen einen waghalsigen Mix von »Vagabundo« Luciano. Von TOM ASAM

 

Am Anfang ihrer Karriere verschafften sich Jazzanova vor allem durch Remixes für andere Künstler Aufmerksamkeit. Mit Upside down würdigen sie nun diverse Remixe von ihren eigenen Stücken durch internationale Künstler und knüpfen damit an ihre erste Remix-Zusammenstellung aus dem Jahr 2003 an. Genauso sorgfältig, wie sie ihre Stücke entwerfen, gingen Jazzanova auch an die Auswahl der Remix-Künstler heran. Bekannte Namen wie Hendrik Schwarz oder Mr. Scruff wechseln sich ab mit Talenten wie das Duo Soldiers of House aus Pretoria oder den Schotten Midnight Marauder. Trotz Bearbeitung verschiedener Künstler bleibt eine klare Linie erhalten. Songauswahl und Sounds sind gewohnt eklektisch und perfektionistisch. Da gibt’s nichts zu meckern, allerdings bringt die tadellose Leistungsschau das Blut auch nicht wirklich in Wallung.

 

Produzent und DJ-Wizzard Luciano, dessen 2009er Album Tribute to the sun in diversen Jahrespolls ganz vorne zu finden war, lässt einen hingegen von der ersten Sekunde seines Mixes die Lauscher aufstellen und mit den Hufen scharren. Vier kunstvoll ineinander verwobene Tracks läuten die Demonstration in perfekter, digitaler Mix-Kunst ein. Die melodiösen Tracks von Nicolas Jaar und Francesco Tristano werden unterfüttert vom Deep House eines Pepe Badrock sowie den technoiden Dubsounds von Moritz von Oswald, der in Tricksi´s At Les mündet, der wiederum fulminant von District One ergänzt wird. Perfekte Sound- und Rhythmus-Collagen bringen den Hörer in Verzückung, bis James Blakes Stimme ertönt und Raum für etwas Durchatmen schafft. Nach zehn wahnwitzigen Minuten steht nur noch die Deepbassline von Horrevortst. Spätestens jetzt ist jeder auf den Beinen und tanzt die nächste Stunde wie blöde zu Lucianos Powermix, der nun wieder komplexer wird und immer wieder für Glücksgrinser sorgt, mal ist der soulige Jamie Woon schuld, mal das Stuttgarter Talent MCDE. Großer Spaß.

 



 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

Pornokinos, Hähnchenmast, Brecht und Blumen aus Beton

2010 erschien im Verbrecher Verlag Unsere Popmoderne von Marc Degens – eine Kolumnensammlung, ...

Verstaubt ohne Ende

Bullenklatschen ist ein irreführender Titel, aber er provoziert – das ließe sich genauso über den Film sagen. Provozierend das Personal: eine Anarcho-Fete. Jedenfalls ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...

Gegen die Dominanz des Beliebten

Nach Amazon (1997) und Google (2004) geht nun mit Facebook das dritte Internet-Schwergewicht an die Börse. Häufig liegen die drei Unternehmen mit der Entwicklung neuer Techniken ...

»Scheißwald,
Scheißnatur, ey!«

Leicht grenzwertig diesmal, möchte man meinen. Setzt das gewöhnliche Schema von Mord, Aufklärung, Festnahme etwa Schimmel an? Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) geht dem Hinweis auf ...