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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 12:05

Burnt Friedman: Bokoboko

02.02.2012

Tolle krumme Dinger

Neben Kollabos mit Jaki Liebezeit und Uwe Schmidt segelt Friedman auch unter eigener Flagge. Im Geiste weht diesmal die japanische Flagge daneben. Von TOM ASAM

 

Wie sämtliche Song- bzw. Track-Titel stammt auch der Album-Titel aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie uneben, krumm oder auch hohl klingend. Das passt wunderbar zu den ungeraden, schrägen Rhythmen und dynamischen Grooves, die uns hier begegnen. Friedman befindet sich mit seinen Stücken, wie auch zuletzt auf Secret Rhythms 4, ständig in Bewegung. Eine endgültige Form wird hier gar nicht angestrebt, eine gewisse Wandelbarkeit sollte dabei aber nicht mit Identitätslosigkeit verwechselt werden.

 

Friedman hat zwischen Kraut-Erinnerungen und Postrock mit einer gesunden Dub-Affinität eigene Ausdrucksmöglichkeiten gefunden. Unterstützt wurde er bei den innerhalb der letzten drei Jahre in seinem Berliner Studio entstanden Tracks von Hayden Chrisholm (Blasinstrumente), Joseph Suchy (Gitarre), Daniel Schröter (Bass) und erstmalig Takeshi Nishimoto, der auch bei Blue Field mitmischt und hier mit dem traditionellen indischen Saiteninstrument Sarod eine besondere Note hinzufügt. Bokoboko ist eine wunderbare Platte, die außerhalb der Zeitachse zu stehen scheint. Schön, wenn mal alles stimmt an so einem Tonträger, inklusive der Verpackung. Das Cover zeigt einen Ausschnitt aus einer unbetitelten Arbeit von Theo Altenberg (Oil on Cardboard), die wie die Musik ein Fest für die Sinne darstellt.

 



 

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