Von der ersten Sekunde an nehmen Pendulum Nisum ihre Hörerschaft an die Hand. Mit simplen Tricks, könnte man vielleicht kritteln: Feldaufnahmen eines Gewitters, Sirenengeheul und ein hoher, markerschütternder Keyboard-Akkord schaffen eine unheimliche Atmosphäre. So richtig interessant wird es jedoch spätestens dann, wenn ein Blasinstrument über dem Mix kreischt und dem Ganzen eine verquere Richtung vorgibt. Dem stimmungsvollen Einstieg folgt ein intensiver, schillernder Drone-Track, der die Spookiness in Entspannung aufzulösen vermag, bevor er einen zunehmend bedrohlichen Unterton gewinnt. So geht es weiter, durch Berg und Tal, links und rechts, seitwärts, querwärts und wärtswärts durch die Köpfe zweier brillanter Düsterlinge. Reto Mäder und Mike Reber beweisen mit ihrem Projekt Pendulum Nisum, dass sie nicht nur geschickt Feldaufnahmen collagieren, Instrumente verfremden und die unterschiedlichen Soundschichten in perfekter Synthese arrangieren können. Sie zeigen auch ein Gespür für das Album als Gesamtkunstwerk. Die acht Tracks kriechen langsam vor sich hin, bewahren aber jederzeit eine Spannung, die an den Nerven knabbert. Die beiden haben ein Album geschaffen, das zu manipulieren weiß, das sich unaufhörlich seinen Weg durch das neuronale Netz bahnt und ein klaustrophobisches Gefühl hinterlässt.