Shame, shame – das letzte Album der sympathischen Spinner aus Philadelphia war natürlich alles andere als ein Grund zum Schämen. Doch diesmal wollten die coolen Hunde einfach mal eine Schippe Rock´n Roll drauflegen. Und das steht ihnen ausgezeichnet. What does it take to be lonesome? fragt uns das passend zum Titel bluesig gehaltene Eröffnungsstück. Doch auch wenn der nächste Song That black hole heißt und das Cover schwarz, grau und etwas trist ist, gibt es keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen. Dr. Dog schaffen es immer noch, den Hörer zum Grinsen und Tanzen zu bringen.
Was sich auf den ersten Eindruck als relativ normale Rockband mit Traditionsbewusstsein gibt, entpuppt sich beim näheren Hinhören schnell als liebenswerte musikalische Promenadenmischung mit ausgeprägtem Charakter. Ständig drängt sich noch eine Idee dazwischen, dreht das eine oder andere Instrument noch eine Extrarunde. Be the Void ist ein wahres Füllhorn an großartigen Songs. Und selbst wenn man sich mal – wie in Get away – perfekter Fleet Foxes- Singalong-Schönheit annähert, bleibt immer diese spezielle Dog-Schrägheit erhalten. Die Tasteninstrumente wummern wunderbar vintage, der Bass bollert trocken und die Gitarre darf sägen, wie ihr der Hals gewachsen ist. Ob der Vampire, das Big girl oder der Warrior man vorbeischauen, man fragt sich stets, ob das nicht ein verloren geglaubter Schatz aus vergangen Tagen sein könnte, als eines noch bevorstand: Turning the century. Vom Syd Barrett-Fan bis hin zum Spoon-Verehrer dürfte das auf breite Zustimmung stoßen.