Die 80er sind vorbei, Dieter Moebius beschließt erste Schritte Richtung digitalisierter Klangwelt zu machen. Karl Renziehausen, bildender Künstler mit Hang zur Konstruktion von Klangskulpturen scheint der ideale Partner, verfügt er doch auch über die nötigen Computerkenntnisse. Elektronische Musik ist zu diesem Zeitpunkt schon ein Zuckerl für die Massen, dank neuer Drogen und neuer technischer Errungenschaften treibt der Manchester Rave sogar altgediente Psychedelic Rocker auf die Tanzflächen. Doch was Moebius und Renziehausen 1990 unter dem Namen Ersatz veröffentlichen, will in keine Schublade passen. Das ist nichts für den Dancefloor, hat aber auch wenig zu tun mit dem, was Moebius Jahre zuvor mit Cluster und Harmonia veröffentlichte. Kein Techno, kein Kraut – und auch keine eskapistischen Synthieausritte weit und breit. Dafür begegnen uns detailverliebte, seltsame Klangwesen, die sich zu verselbständigen scheinen und durch die Boxen wuseln. Wollte man einen der Songtitel zum Motto erheben, wäre es sicher nicht Oi,Oi, sondern Wasistdas – oder besser die Antwort darauf: Isolated case.