Schon vor fünf Jahren ließ die mittlerweile 32-jährige Norwegerin mit dem schön klingenden Namen Hanne Hukkelberg aufhorchen. Ihr Folk-Pop inkorporierte Einflüsse von Elektronika und Jazz und wirkte gleichzeitig völlig natürlich. Ein Kunststück bei dem sie sogar mit der Schreibmaschine musizierte. Betrachtet man das Cover von Featherbrain, könnte man meinen: da ist sich jemand völlig bewusst darüber, welch vielfältigen, komplexen und verwirrenden Welten um ihn herum existieren. Doch letztlich hat er (bzw. sie) da gerade keine Augen für. Die Konzentration gilt einem Blick nach innen und im Folgenden dem gebündelten Ausdruck der eigenen Gefühle. Hukkelberg gibt sich experimentierfreudiger denn je, mit noch mehr Mut zum Exzentrischen. Songs verlassen da mal ihren eigenen Rahmen, die Gesangstimme wird zum Jammern und Schreien, von der Harmonie zum Haaaaaahhhhh!!! ist es oft nicht weit. Hukkelberg hat es sich und dem Hörer nicht einfach gemacht mit diesem Album. Das erinnert stellenweise schon an eine vertonte Therapiestunde. Wenn man sich auf unerwartete Ausbrüche und Wendungen einlässt und die Nähe und Intensität aushält, die Featherbrain vermittelt, wird man jedoch belohnt.