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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 12:22

 

Lirico: Sussurro

13.02.2004

 



Jazz aus Deutschland




 

Lirico – das sind Johannes Lemke an Sopran- und Altsaxophon, Klarinette und Didgeridoo, Mario Mammone an diversen Gitarren, Jan Flubacher und André Nendza am Kontrabass und Inga Lühning, Gesang. Die Combo macht einen sympathischen Kammerjazz, intim und inspiriert, unverschnörkelt, aber phantasievoll. Von den zehn Titeln ihrer CD Sussurro stammen sechs von Gruppenmitgliedern. Dazu kommen eigenwillige, aber überzeugende Versionen von Otis Reddings Sitting o­n The Dock Of The Bay, von Bob Dylans The Times They Are A-changing, von Horacio Guaranys Si se calla el cantor und, kraftvoll gesungen von Inga Lühning und höchst originell arrangiert, in einer mehr als siebenminütigen Variante, das alte Spiritual Go Down Moses.

Besonders reizvoll sind die Dialoge der beiden Kontrabässe, zumal in Sussurro 2, sowie Mario Mammones swingendes Spiel auf der klassischen Gitarre. Der zerbrechliche Klang von unverstärkten Instrumenten birgt eine Qualität, die im uniformen Drang zu immer größeren Lautstärken verloren zu gehen droht. Man höre sich nur etwa die nachdenklich zarte Introduktion zu Sitting o­n The Dock Of The Bay an. Otis Reddings Hit wird nach innen gekehrt, ohne seinen Soul-Drive zu verlieren.

Thomas Rothschild


Lirico: Sussurro. Jazzhaus Musik JHM 129

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