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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 12:22

 

Vasilic Nenad Balkan Band: Joe Jack

13.02.2004

 



Balkan in Graz




 

Die Musik des Balkans mit ihren ungeraden Taktarten und ihren reizvollen Instrumental- und Vokalsätzen gehört neben der irischen zu den interessantesten europäischen Folkloren. Der in Ni¨ geborene, in Graz, wo er an der in Sachen Jazz renommierten Musikhochschule studiert hat, lebende Kontrabassist Nenad Vasilic hat diese Folklore genau studiert und für seine Band fruchtbar gemacht, die aus Nicolas Simion, Saxophon, Stefan Heckel, Klavier, Du¨an Novakov, Schlagzeug, und, als Gast, Predo Peric, Perkussion, besteht. Was die Band vorführt, könnte man Folkjazz nennen, mal mit Betonung auf Folk, mal mit Betonung auf Jazz. Die Stücke auf der CD mit dem, im Gegensatz zu den Titeln der einzelnen Stücke, nicht sehr südslawischen Titel Joe Jack sind teils überliefert, teils von Nenad Vasilic, der seinen Vornamen gern seinem Familiennamen nachstellt, selbst komponiert. Joe Jack ist übrigens ein Wortspiel. Der volle Titel des entsprechenden Stücks lautet, in ans Englische angepasster Schreibweise: Nishlijski Chochek - Joe-Jack, ist also schlicht ein Cocek, ein traditioneller Tanz aus Ni¨.

Nicolas Simion bemüht sich offenbar, auf dem Saxophon die traditionellen Blasinstrumente des Balkans zu imitieren, was nur ansatzweise gelingt. Der Klang des moderneren Instruments ist doch geglättet, weniger expressiv. Vor allem im Titelstück kann er dann im Zusammenspiel mit den Anderen seine Qualität als Jazzer unter Beweis stellen. Vasilic selbst kommt vor allem in dem Volkslied Zapevala Sojka Ptica - Die Holzhäher begann zu singen - und in seiner abschließenden Ballade für Djole zum Zuge. Der Pianist Stefan Heckel hat sich bescheiden und aufmerksam diesem Balkanumfeld angepasst.

Thomas Rothschild


Vasilic Nenad Balkan Band: Joe Jack. Nabel 4693

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