Yandé Codou Sène & Youssou NDour: Senegal
13.02.2004
Mehr als sieben Sekunden
Youssou N'Dour ist für die Deutschen der Sänger eines einzigen Liedes: Zusammen mit Neneh Cherry machte er Seven Seconds zu einem Hit, der auch heute noch, zehn Jahre nach seiner Veröffentlichung, regelmäßig in den Rundfunkprogrammen gespielt wird. Aber der senegalesische Sänger kann mehr als das.
World Network hat als Folge 29 seiner verdienstvollen Serie von Aufnahmen aus aller Welt eine CD herausgebracht, auf der wir Youssou N'Dour zusammen mit der senegalesischen Sängerin Yandé Codou Sène begegnen. Yandé Codou Sène ist eine Generation älter als Youssou N'Dour und stammt wie er aus einer Musikerfamilie, von der sie frühzeitig traditionelle Lieder ihres Landes lernte. In zwei Titeln der CD preisen sich die beiden Stars ihrer Heimat, wie wir, der Sprache unkundig, dem Beiheft entnehmen, gegenseitig.
Charakteristisch für die senegalesische Musik sind ihre repetitiven Strukturen, wie wir sie neuerdings bei der "Minimal Music" zu schätzen gelernt haben. Viele Lieder folgen dem Call-and-Response-Schema, das wir auch aus der schwarzen amerikanischen Gospelmusik kennen. Perkussion, Melodieinstrumente und Stimmen haben in diesen Aufnahmen den gleichen Stellenwert.
Ceterum censeo: Die Serie wird vom WDR koproduziert. Warum sorgt er nicht dafür, dass derlei in unserer amerikanisierten eurozentrischen Kultur tagsüber und nicht nur in Spezialprogrammen gesendet wird? Damit sei auch dem böswilligen Missverständnis widersprochen: dass, wer die Dominanz (um nicht zu sagen: das Monopol) der US-amerikanischen Popmusik kritisiert, an eine deutschtümelnde Alternative denke.
Thomas Rothschild
Yandé Codou Sène & Youssou N'Dour: Senegal. World Network 58.391 (Vertrieb : Zweitausendeins Versand)