Wolfgang Buck: nedsulaud & Sambesi
01.04.2004
Witzig ernst
Botschaften in sprachlich anspruchsvollen Texten und schlichten Melodien.
Es ist ja einfach nicht wahr, dass es keine politischen Liedermacher mehr gibt. Es gibt nur wenig gute Liedermacher, und für die existiert kaum mehr eine Öffentlichkeit. Die totale Marktwirtschaft hat unser Kulturleben fest im Griff.
Wolfgang Buck hat seit 1988 nicht weniger als sieben CDs aufgenommen. Er hat etwas mitzuteilen. Aber er ist kein besserwisserischer Prediger, kein konformistischer Bekenner. Der Sänger aus Franken bringt seine Botschaften in sprachlich anspruchsvolle Texte und schlichte, aber anheimelnde Melodien, lokalisierbar irgendwo zwischen Haindling und Stoppok. Er weiß, dass singbare Stellungnahmen nicht bloß daherholpern dürfen, dass auch ihre lautliche Qualität von Bedeutung ist. Seine Themen drängen sich täglich auf, aber er macht erst Lieder daraus. Seine Zwischentexte sind pointiert, aber nicht um jeden Preis komisch. Man spürt stets den Ärger, den er in ihnen zähmt. Guter Witz, das wird bei Buck deutlich, ist eine sehr ernste Angelegenheit.
Wolfgang Bucks jüngste CD nedsulaud wurde live aufgenommen. Wer den satten Studiosound bevorzugt und aufwendigere Arrangements, sei auf die vorausgegangene CD Sambesi verwiesen, in deren Beiheft auch die – allerdings nicht allzu schwer verständlichen – Dialekttexte abgedruckt sind.
Und warum derlei im Radio nicht vorkommt, das beantwortet Wolfgang Buck selbst in seinem Song di soß. Es wird nichts ändern. Aber man sollte es zur Kenntnis nehmen.
Thomas Rothschild
Wolfgang Buck: nedsulaud. CAB-512
Wolfgang Buck: Sambesi. CAB-508