Tab Benoit: The Sea Saint Sessions.
13.02.2004
Blues
Wenn man dem Covertext glauben darf, sind diese Aufnahmen mehr oder weniger spontan im Studio am Geburtsort des Jazz, in New Orleans, entstanden. Und es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln. Sie folgen dem elementaren Bluesschema, aus dem man immer wieder neues Feuer entfachen kann. Tab Benoit ist ein hervorragender Bluesgitarrist und ein inspirierter Sänger. Die Titel der vorliegenden CD, die Benoit größtenteils selbst geschrieben hat, verzichten auf Ornamentik und Virtuosität. Begleitet von Carl Dufrene am Bass und von Darryl White am Schlagzeug zeigt sich Tab Benoit eher spröde. Auch der Sound seiner Fender-Gitarren ist extrem trocken, der Toningenieur hat keinen Hall hinzugefügt. Bei einzelnen Stücken kamen noch Gäste hinzu, die sich gerade im Studio aufhielten. Es klingt, als hätte man miteinander gejamt, ohne an die Mikrophone zu denken. Man höre sich etwa den Dialog der Gitarren von Tab Benoit und Brian Stoltz in Hustlin' Down in New Orleans an. Da geht der Zug ab.
Wie Tab Benoits Gitarre mal swingt, mal "gently weeps", mal rockt, erfährt man, wenn man hintereinander die drei letzten Titel der CD abspielt: Howlin' For My Darling, Darkness und, mit dem singenden Cyril Neville an der Percussion und Monk Boudreaux mit dem Tamburin, Plareen Man.
Thomas Rothschild
Tab Benoit: The Sea Saint Sessions. Telarc CD-83573 (Vertrieb: in-akustik)