Black und Pit: Fritz Graßhoff - Hört mal her...
21.04.2004
Hommage an einen Vergessenen
Das ist unverkennbar die Stimme von Pit Klein, und das sind unverkennbar seine Formulierungen. Pit Klein, der zu der aussterbenden Spezies der Rundfunkmoderatoren gehört, die noch denken und nicht nur plappern konnten, hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit einer CD an einen, wie er mit Nachdruck meint, unterschätzten Dichter zu erinnern: an Fritz Graßhoff.
Man muss Pit Kleins überschwängliche Verehrung für Graßhoff nicht teilen, um Interesse zu zeigen an diesem Original, das sich irgendwo zwischen Ringelnatz und Gernhardt einordnen ließe. Pit Klein erzählt von ihm, von seinem Leben, seinen Werken und der schiefen Rezeption in Deutschland. Seine Ausführungen ergänzt er durch Aufnahmen von Graßhoff selbst sowie von Liedermachern, die ihn seit langem geschätzt und interpretiert haben: Black, alias Lothar Lechleiter, die Hälfte von Schobert & Black, Erich Schmeckenbecher, die Hälfte von Zupfgeigenhansl, und Dieter Süverkrüp.
Die CD besticht gerade durch ihren sehr persönlichen Ton, durch die nicht maskierte Subjektivität des Urteils, durch die Liebe des Präsentators zu seinem Gegenstand. Denn diese Liebe unterscheidet Pit Kleins Engagement von jener standardisierten und marktschreierischen Lobhudelei, mit der die Radiostrichjungen und –mädchen alles preisen, was ihnen die Industrie auf den Tisch legt. Man hört Pit Klein gerne zu, weil er selbst über eine Sprache verfügt, die literarisch zu nennen keiner Übertreibung bedarf. Und weil er sich einem aufklärerischen Impetus verpflichtet weiß, das auszusterben droht wie die Art von Moderation, für die Pit Klein im SWR einst stand.
Thomas Rothschild
Black und Pit: Fritz Graßhoff: Hört mal her, ihr Zeitgenossen. Conträr 34