Triakel: Sånger från 63° N
09.06.2004
Schweden ist anders
Echte und nachempfundene Volksmusik aus der schwedischen Provinz Jämtland.
Was haben uns die Skandinavier angetan, dass man bei Nennung ihres Namens im Zusammenhang mit populärer Musik immer nur Abba stammelt? Das haben sie wirklich nicht verdient. Als Alternative schlage ich Triakel vor. Triakel – das ist die Sängerin Emma Härdelin, das ist Janne Strömstedt am Harmonium und Kjell-Erik Eriksson an der Geige. Die drei singen und spielen echte und nachempfundene Volksmusik aus der schwedischen Provinz Jämtland, und sie produzieren in dieser kleinen Besetzung einen Sound, der vom ersten bis zum letzten Titel ihrer dritten CD bezaubert.
Was wir aus der Folkbewegung der sechziger Jahre wissen, was uns Engländerinnen und Irinnen vorgemacht haben, bestätigt auch Emma Härdelin: Schönheit im Gesang hat nur bedingt mit Wohlklang zu tun, mit einer großen, geschulten Stimme. Emma Härdelins Stimme ist eher rau, trocken, spröde und gerade deshalb reizvoll. Sie fügt sich bruchlos in den Klang der Instrumente. Dabei sollte man all die Klischees vom kalten einsamen Norden vergessen. Wer will, mag sie in die Musik von Triakel hineinprojizieren, aber mehr als eine Projektion ist es nicht. Das Spektrum der Stimmungen wird deutlich, wenn man hintereinander Älskaren i gluggen und Nu haver denna dag hört, ein überaus übermütiges Wiegenlied und einen Psalm.
Thomas Rothschild
Triakel: Sånger från 63° N (Songs from Latitude 63 North). Westpark music WP 87104