Rosen & Gomorrha: Die Besten von den Letzten
16.06.2004
Veronas Titten
Auch in Deutschland wird gute Musik gemacht. Zum Beispiel von Rosen & Gomorrha.
Martin Meinschäfer (Gesang, Gitarre und Bass) hat eine Band um sich versammelt, um seine Lieder zu interpretieren. Das sind Toett (Hammond, Fender Rhodes, Geige etc.), Mattel Dörsam (Saxophon), Joo Kraus (Trompete und Flügelhorn), Willy Wagner (Kontrabass) und Ralf Gustle (Schlagzeug). Rosen & Gomorrha macht herrlich jazzige Musik mit unüberhörbaren Spuren von Rock’n’Roll, von Latino, von Rap, und mit ironischen Schlagerzitaten.
Die Texte werden gewiss nicht in die Literaturgeschichte eingehen. Aber sie sind frech, ohne bloß pseudojugendlich zu sein, sie gehen weit über das übliche Maß deutscher Texte hinaus intelligent mit dem Klang der Sprache und mit dem Metrum um, kurz: sie sind singbare Gebrauchstexte, die sich der Musik anpassen. Eine Strophe wie die folgende hat sogar etwas mitzuteilen, und sie tut es in einer dem Genre adäquaten Form:
„Ob der Becker einen Furz lässt/ und von mir aus auch oral/ Ob Veronas Titten echt sind/ ist mir so was von egal/ Welche Talkshow gerade hip ist/ Wer mit wem, wen interessierts?/ Christoph kokst, Harald fährt Auto/ Ist nichts Wichtiges passiert?“
Thomas Rothschild
Rosen & Gomorrha: Die Besten von den Letzten. Roof RD 2433204