Eli Pariser: Filter Bubble Hans Arthur Marsiske: Kriegsmaschinen von Michael Ebmeyer Kathrin Hartmann: Wir müssen leider draußen bleiben Joy As A Toy: Dead As A Dodo Kennzeichen T - 28.04.2012
Mittwoch, 23. Mai 2012 | 12:50

 

Peter Kraus: RocknRoll Is Back

11.11.2004


Kraus covert

Peter Kraus hat sich einen Traum erfüllt und eine CD mit einigen der populärsten Titel des Rock’n’Roll aufgenommen, in englischer Sprache und ohne Angst vor dem Vorwurf der Imitation.

 

Es bedarf keiner großen Anstrengung, sich über Peter Kraus lustig zu machen. Sein Image des braven Jungen von nebenan stand seit je im Widerspruch zum „schmutzigen“ Rock’n’Roll, dessen deutscher Repräsentant er wurde. Immerhin hat er in den fünfziger Jahren das Scharnier gebildet zwischen den damals üblichen deutschen Schnulzen und der neuen Musikrichtung, die aus den USA herüberschwappte. Er war nicht der einzige, der sich als deutscher Elvis Presley profilieren wollte. Udo Jürgens war einer, ehe er seinen eigenen Stil entwickelte, Ted Herold war ein anderer. Aber nur wenige haben sich bis heute gehalten. Sympathisch macht Peter Kraus seine lockere Haltung der eigenen Vergangenheit gegenüber. Er liebt den Rock’n’Roll, kein Zweifel, aber er nimmt sich nicht verbissen ernst. Er lässt die fünfziger Jahre aufleben und macht sich zugleich über sich selbst lustig.

Immerhin: seine Hörer sind mit ihm älter geworden. Rock’n’Roll ist längst keine Jugendmusik mehr, für Sechzigjährige ist er ein Teil ihrer Biographie, und bei Rock-Konzerten sind sie heute nicht auffälliger als bei Jazzkonzerten, wo man sich schon seit längerem daran gewöhnt hat, dass auf der Bühne und im Saal die älteren Semester vorwiegen.Jetzt hat sich Peter Kraus einen Traum erfüllt und eine CD mit einigen der populärsten Titel des Rock’n’Roll aufgenommen, in englischer Sprache und ohne Angst vor dem Vorwurf der Imitation. Dabei hat er auch die ursprünglichen Arrangements kaum modifiziert. Er hat offenbar begriffen, dass diese unverzichtbarer Bestandteil der Originalaufnahmen waren, dass Gesang und Instrumentalpart eine Einheit bildeten. Wir vergegenwärtigen uns einzelne Riffs zumindest ebenso deutlich wie die Stimmfärbung der Sänger, die Peter Kraus hier covert. Chuck Berry gehört dazu und Eddie Cochran, Fats Domino und Pat Boone und natürlich Elvis Presley und Bill Haley. Ja, auch Pat Boone mit seinen Love Letters In The Sand, die streng genommen mit Rock’n’Roll nichts zu tun haben. Wie ja Pat Boone von puristischen Presley- oder gar Berry-Fans nur Verachtung erntete. Aber manche werden sich daran erinnern, dass sie durchaus mit Bill Haley über Skinny Minny lachen und sich bei Pat Boones Schmachtfetzen ihren pubertären Sehnsüchten hingeben konnten.

Peter Kraus lässt diese Zeiten auferstehen, über die sich mancherlei kluge soziologische Wahrheiten sagen lassen, deren Musik man aber auch einfach ungeniert genießen kann.

Thomas Rothschild



Peter Kraus: Rock’n’Roll Is Back. Koch Universal 9867799

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...

Verstaubt ohne Ende

Bullenklatschen ist ein irreführender Titel, aber er provoziert – das ließe sich genauso über den Film sagen. Provozierend das Personal: eine Anarcho-Fete. Jedenfalls ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...

Gegen die Dominanz des Beliebten

Nach Amazon (1997) und Google (2004) geht nun mit Facebook das dritte Internet-Schwergewicht an die Börse. Häufig liegen die drei Unternehmen mit der Entwicklung neuer Techniken ...

»Scheißwald,
Scheißnatur, ey!«

Leicht grenzwertig diesmal, möchte man meinen. Setzt das gewöhnliche Schema von Mord, Aufklärung, Festnahme etwa Schimmel an? Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) geht dem Hinweis auf ...