Laia Genc: Liaison Tonique
14.07.2005
Rothschild's CD-Tipp:
Nachwuchs
Da ist kein Ton überflüssig, keine Phrase effekthascherisch.
Jazz pur, ohne Schnickschnack: wer das mag, wird hier voll auf seine Rechnung kommen. Das Trio der Pianistin Laia Genc beginnt mit einer Komposition von Carla Bley und zeigt gleich seine Stärken, den klaren, pointierten Anschlag der Pianistin, die einfallsreichen Läufe des Bassisten Friedrich Störmer, das aufmerksame Schlagzeug Nils Tegens. Da ist kein Ton überflüssig, keine Phrase effekthascherisch.
Mit einem atemberaubenden Solo glänzt Friedrich Störmer auch in Laia Genc' Eigenkomposition "For Mara" und noch einmal im viel gespielten Standard "Stella By Starlight". Von der Originalität des Trios kann man sich überzeugen, indem man seine Version von Cole Porters tausendfach interpretiertem Hit "What Is This Thing Called Love" anhört. Hingetupfte Akkorde wechseln sich mit swingenden Passagen ab, voll innerer Spannung, mit jedem Chorus der fast achtminütigen Improvisation überraschend.
Thomas Rothschild
Laia Genc: Liaison Tonique. JazzHausMusik, JHM 139.