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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 13:08

 

Prima Carezza: Salon Music at Schumanns Bar

10.11.2005

 
Rothschild's CD-Tipp:

Easy Listening


Heute wirkt diese Musik auf uns eher komisch, ein wenig aber auch nostalgisch, und Vergnügen kann sie durchaus bereiten.

 

Der Begriff der Popmusik war noch lange nicht erfunden. Aber es gab schon Musik, die genau diese Funktion hatte: populär zu sein durch den geringen Aufwand, der dem Hörer abverlangt wurde, eingängige, sofort wiedererkennbare Musik. Sie wurde in den bürgerlichen Salons von kleinen Ensembles oder am Klavier gespielt, und man nannte sie Salonmusik. Oft handelte es sich um virtuose Stückchen, an denen man seine Fingerfertigkeit üben konnte, gerne gaben sie sich exotisch. Beliebt waren pseudoungarische Kompositionen im Stil der "Ungarischen Tänze" von Brahms oder "Zigeunerweisen". Heute wirkt diese Musik auf uns eher komisch, ein wenig aber auch nostalgisch, und Vergnügen kann sie durchaus bereiten.

Deshalb hat das Ensemble Prima Carezza in München, in Schumann's Bar mit dem falschen Apostroph und den snobistischen Gästen, die die Klappe nicht halten können, wenn Musik gemacht wird - das soll wohl für die "authentische" Atmosphäre sorgen -, Salonmusik aufgenommen, die jetzt auf CD vorliegt. Prima Carezza besteht aus zwei Geigern, einer Cellistin, einem Klarinettisten, einem Akkordeonisten, einem Kontrabassisten und einem Pianisten, die für den intimen Sound sorgen. Mehrere Stücke stammen von Georges Boulanger, einer Legende der Salonmusik, aber auch Operettenmelodien sind dabei und solche Evergreens des Kitsches wie "Otschi Tschornija".

Thomas Rothschild


Prima Carezza: Salon Music at Schumann's Bar. Winter & Winter, 9101212 (Vertrieb: Edel Classics)

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