Eli Pariser: Filter Bubble Aléa Torik: Das Geräusch des Werdens von Michael Ebmeyer Kathrin Hartmann: Wir müssen leider draußen bleiben Joy As A Toy: Dead As A Dodo Kennzeichen T - 28.04.2012
Mittwoch, 23. Mai 2012 | 13:09

 

V.A.: Leben ist Poesie. dass es noch möglich ist...

24.11.2005

Rothschild's CD-Tipp:

Ein Fest für Schmeckenbecher


Das Duo Zupfgeigenhansel gibt es schon lange nicht mehr. Wenn aber dessen eine Hälfte Erich Schmeckenbecher im Stuttgarter Theaterhaus - wo sonst? - ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum feiert, dann kommen sie alle angereist.

 

In Westdeutschland hat man nach 1945 lange das deutsche Liedgut gemieden. Es galt als unbrauchbar, durch die Nationalsozialisten zersungen und beschmutzt. Wer sich ihm dennoch näherte, setzte sich - oft zu Recht - dem Verdacht aus, nationale Töne reaktivieren zu wollen. Bis dann nach und nach gerade Sänger und Liedermacher der Linken, allen voran das Duo Zupfgeigenhansel, die demokratische Volksliedtradition für sich entdeckten. Die DDR war ihnen vorangegangen. Die Sammlung von Steinitz hatte schon frühzeitig nachgewiesen, dass deutsche Volkslieder zu einem guten Teil Ausdruck des Widerstands gegen die Mächtigen waren, deutlicher oder weniger deutlich revolutionäre Artikulationen der Erniedrigten und Beleidigten, Zeugen einer unterdrückten plebejischen Kultur und nichts weniger als Vorläufer brauner Ideologie.

Das Duo Zupfgeigenhansel gibt es schon lange nicht mehr. Wenn aber dessen eine Hälfte Erich Schmeckenbecher im Stuttgarter Theaterhaus - wo sonst? - ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum feiert, dann kommen sie alle angereist, ganz klar, Hannes Wader und Konstantin Wecker, Barbara Thalheim und Lydie Auvray, Klaus Lage und Black (von Schobert & Black), Liederjan und Bernies Autobahnband und viele andere mehr. Sie singen und rezitieren einen langen Abend lang, und wer nicht dabei war, kann sich nun mittels vier schön ausgestatteter CDs einen Eindruck verschaffen. Es versteht sich, dass Unterhaltung und demokratisches Engagement sich da die Balance halten. Manches ist nachdenklich, manches witzig, und da man über Humor noch weniger streiten kann als über Geschmack, wird nicht alles jedem und jeder gleichermaßen gefallen. Die Favoriten des Rezensenten kommen von drüben. Ihr Autor heißt Steffen Mensching, und er ist hier, im Westen, immer noch zu wenig bekannt. Schmeckenbecher kannte ihn schon vor der Wende. Jetzt war er in Stuttgart zum Feiern. "Dass es noch möglich ist."

Thomas Rothschild


V.A.: Leben ist Poesie. dass es noch möglich ist…
Conträr, 125.

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...

Verstaubt ohne Ende

Bullenklatschen ist ein irreführender Titel, aber er provoziert – das ließe sich genauso über den Film sagen. Provozierend das Personal: eine Anarcho-Fete. Jedenfalls ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...

Gegen die Dominanz des Beliebten

Nach Amazon (1997) und Google (2004) geht nun mit Facebook das dritte Internet-Schwergewicht an die Börse. Häufig liegen die drei Unternehmen mit der Entwicklung neuer Techniken ...

»Scheißwald,
Scheißnatur, ey!«

Leicht grenzwertig diesmal, möchte man meinen. Setzt das gewöhnliche Schema von Mord, Aufklärung, Festnahme etwa Schimmel an? Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) geht dem Hinweis auf ...