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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 16:57

 

Rolf von Nordenskjöld Orchestra: Berlin Sketchbook

23.03.2006

Rothschild's CD-Tipp:

Nach Count Basie


Wer satten Klang, „Blasmusik“ jenseits von Volksmusik, ein traditionelles Jazzfeeling liebt, wird an dieser CD seine Freude haben.

 

Big Band Jazz steht gewiss nicht im Zentrum der gegenwärtigen Musikkultur. Sein Reiz besteht im Wechselspiel von Arrangement und improvisierten Soli. Er ist immer so gut wie es eben die Arrangements und die Soli sind. Unter diesem Gesichtspunkt verdient das Rolf von Nordenskjöld Orchestra, hervorgegangen aus der RIAS Big Band, Aufmerksamkeit. Die Band ist mit fünf Saxophonen, fünf Trompeten beziehungsweise Flügelhörnern, drei Posaunen und einer Bassposaune beziehungsweise Tuba, einem Klavier, einem Bass und einem Schlagzeug traditionell besetzt, und die Tradition des Big Band Jazz, der im Swing seine Blüte erlebte, wird denn auch keinen Moment verleugnet. Die Kompositionen stammen vom Gründer und Leiter der Big Band Rolf von Nordenskjöld sowie von Band-Mitgliedern, dem Pianisten Wolfgang Köhler, dem Saxophonisten und Flötisten Volker Schlott - von ihm stammt das witzigste Stück, "Nights o­n Schönhauser", in dem sich Falk Breitkreuz an der Bassklarinette, Eddie Hayes an der Trompete und Ralf Zickerick an der Posaune austoben dürfen -, dem Tenorsaxophonisten und Klarinettisten Friedemann Matzeit und dem Trompeter Arnold Hänsch. Die Arrangements sind dicht, mal swingend, mal auch groovy. Die Soli, meist von den Komponisten der Stücke beigesteuert, verzichten auf Egotrips und fügen sich stattdessen in die Textur der Gesamtkonzeption.

Wer satten Klang, "Blasmusik" jenseits von Volksmusik, ein traditionelles Jazzfeeling liebt, wird an dieser CD seine Freude haben.

Thomas Rothschild


Rolf von Nordenskjöld Orchestra: Berlin Sketchbook. JazzHausMusik, JHM 141.

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