von Michael Ebmeyer Andrea Maria Schenkel: Finsterau David Small: Stiche. Erinnerungen "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Eli Pariser: Filter Bubble Kennzeichen T - 28.04.2012
Mittwoch, 23. Mai 2012 | 16:59

 

Czurda/Beirach/ Hübner/Hübner: Lonely House

04.05.2006

Rothschild's CD-Tipp:

Kurt Weill in Fürth


An manchen Stellen könnte man sich durchaus etwas mehr Drive wünschen. Aber das sollte niemanden davon abhalten, sich dieser Huldigung zuzuwenden.

 

Man mag sich streiten, ob der beste Song des 20. Jahrhunderts von den Beatles stammt oder von Elton John, von Cole Porter oder von George Gershwin. Ein Kandidat für diesen Titel wäre jedenfalls auch der "Septembersong" von Kurt Weill, dem Komponisten der "Dreigroschenoper". Man findet ihn zusammen mit zehn weiteren Songs des nach Amerika emigrierten Deutschen auf der CD "Lonely House". Gesungen werden sie von Jutta Czurda, ursprünglich Choreographin und am Stadttheater Fürth engagiert.

Der Sängerin steht ein hervorragendes Trio zur Seite mit dem Amerikaner Richie Beirach am Klavier und den Stuttgartern Gregor und Veit Hübner an der Violine und am Kontrabass. Man kommt gut ohne Schlagzeug aus. Die Arrangements von Richie Beirach holen aus dem Material heraus, was es hergibt. Wenn gegen diese ebenso schöne, wie nachdenkliche CD etwas einzuwenden ist, dann nur dies: dass fast alle Songs im gleichen Tempo interpretiert werden. Offenbar wollten die Vier jede Silbe, jede Note auskosten. An manchen Stellen könnte man sich durchaus etwas mehr Drive wünschen. Aber das sollte niemanden davon abhalten, sich dieser Huldigung an Kurt Weill zu zuwenden. Sie ist es wert, über den "Septembersong" hinaus.

Thomas Rothschild


Czurda/Beirach/Hübner/Hübner: Lonely House. Kurt Weill Songs. Laika Records, 3510209.2 (Vertrieb: Rough Trade).          
Reinhören bei Amazon

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...

Verstaubt ohne Ende

Bullenklatschen ist ein irreführender Titel, aber er provoziert – das ließe sich genauso über den Film sagen. Provozierend das Personal: eine Anarcho-Fete. Jedenfalls ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...

Gegen die Dominanz des Beliebten

Nach Amazon (1997) und Google (2004) geht nun mit Facebook das dritte Internet-Schwergewicht an die Börse. Häufig liegen die drei Unternehmen mit der Entwicklung neuer Techniken ...

»Scheißwald, Scheißnatur, ey!«

Leicht grenzwertig diesmal, möchte man meinen. Setzt das gewöhnliche Schema von Mord, Aufklärung, Festnahme etwa Schimmel an? Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) geht dem Hinweis auf ...