von Michael Ebmeyer David Small: Stiche. Erinnerungen "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Eli Pariser: Filter Bubble Der FUTTERblog - streng verdaulich! Kennzeichen T - 28.04.2012
Mittwoch, 23. Mai 2012 | 17:04

 

Gianluigi Trovesi Ottetto: Fugace

19.02.2004

 



Der Eklektiker




 

Einer der einfallsreichsten Jazzmusiker unserer Tage ist der italienische Klarinettist und Altsaxophonist Gianluigi Trovesi. Trovesis Musik ist eklektisch (oder, wenn's denn sein muss, postmodern). Er spielt mit den unterschiedlichsten Besetzungen und holt sich seine Anregungen aus diversen Folkloren, aus der "Klassik" und aus der Jazzgeschichte. Trovesi liebt das Dramatische, Tonmalerische, und seine Auftritte haben auch stets Humor, der sich freilich aus der Musik heraus, nicht aus Äußerlichem begründet.

Die jüngste CD hat er mit seinem Oktett aufgenommen, bestehend, neben ihm selbst, aus Massimo Greco an Trompete und Flügelhorn, Beppe Caruso an der Posaune, Marco Remondini an Cello und Altsaxophon, Marco Micheli am E-Bass, Roberto Bonati am Kontrabass, Vittorio Marinoni am Schlagzeug und Fulvio Maras an der Percussion. Dass Trovesis Stücken ein Programm zugrunde liegt, kündigen bereits die Titel an. So heißt eine zweiteilige, ungemein gestische Komposition Sogno d'Orfeo (Produzent Manfred Eicher hatte dabei sicher Filmbilder vor Augen), eine andere heißt African Triptych, und ein dreisätziges Stück ist dem italienischen Filmkomiker Totò gewidmet. Gerne zitiert Trovesi auch Standards aus dem frühen Jazz, etwa den West End Blues, der über Jahre hinweg zum Repertoire von Louis Armstrong gehörte. Die Anspielungen sind auch oft ziemlich komplex. So klingt in Western Dream der Standard Stormy Weather an und zugleich die programmatische Freedom Now Suite von Max Roach.

Trovesi spielt auf der vorliegenden CD mit Raumwirkungen, mit dem barocken Effekt von Fernchören, die so positioniert sind, dass ihr Gesang wie ein Echo klingt. Die vier als Zwischenspiele eingefügten Siparietti, deren Thema im Titelstück Fugace in die Nähe des Free Jazz transponiert wird, erinnern zwischendurch von weither an verflossene Epochen der Musik. Manche Stücke haben aphoristischen Charakter, verzichten auf eine Ausbreitung des Materials, was man beinahe bedauert. Dass Musik "gespielt" wird, kommt einem bei Trovesi im doppelten Wortsinn zu Bewusstsein.

Thomas Rothschild


Gianluigi Trovesi Ottetto: Fugace. ECM 1827

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...

Verstaubt ohne Ende

Bullenklatschen ist ein irreführender Titel, aber er provoziert – das ließe sich genauso über den Film sagen. Provozierend das Personal: eine Anarcho-Fete. Jedenfalls ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...

Gegen die Dominanz des Beliebten

Nach Amazon (1997) und Google (2004) geht nun mit Facebook das dritte Internet-Schwergewicht an die Börse. Häufig liegen die drei Unternehmen mit der Entwicklung neuer Techniken ...

»Scheißwald, Scheißnatur, ey!«

Leicht grenzwertig diesmal, möchte man meinen. Setzt das gewöhnliche Schema von Mord, Aufklärung, Festnahme etwa Schimmel an? Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) geht dem Hinweis auf ...