Bei aller (kulturellen) Globalisierung gibt es doch immer noch nationale Besonderheiten. In England kennt jedes Schulkind "Die Planeten" von Gustav Holst. Bei uns ist der Name dieses Komponisten nur einigen Kennern vertraut. Dabei wird gerade die siebensätzige Tondichtung "Die Planeten" häufig und gern in Fernsehfilmen als Hintergrundmusik genützt. Denn ihre Semantik ist suggestiv.
Zur Zeit des Ersten Weltkriegs schrieb Holst dieses symphonische Werk, das den damals bekannten sieben Planeten jenseits der Erde die überlieferten charakteristischen Eigenschaften zuschreibt. Der Mars etwa ist da "the Bringer of War" und Jupiter "the Bringer of Jollity". Unzählige Schallplattenaufnahmen gibt es von den "Planets", jetzt hat auch Sir Simon Rattle mit den Berliner Philharmonikern eine hinzugefügt. Holsts wirkungsvolle Komposition wird durch einen Satz "Pluto, the Renewer" von Colin Matthews ergänzt. Außerdem hat Rattle neue Stücke über die Asteroiden schreiben lassen, von Kaija Saariaho, Matthias Pintscher, Mark-Anthony Turnage und Brett Dean. Ein süffiges Hörvergnügen auf zwei CDs, das eine Verbindung herstellt von einer immerhin fast hundert Jahre alten Musik zur Gegenwart.
Thomas Rothschild
Holst: The Planets u.a. 2 CD-Enhanced. Sir Simon Rattle/Berliner Philharmoniker. EMI, 0946 3 59382 2 7.
Reinhören in "The Planets"