Neulich haben wir eine CD empfohlen, auf der Maria Muldaur Liebeslieder von Bob Dylan interpretiert. Ein Song von BobDylan, "I'll Be Your Baby Tonight", eröffnet auch eine CD des Blue Note-Labels, auf dem Jazzer "Great Pop Songs" covern. Bob Dylan hat sich Norah Jones vorgenommen. Nun ist es ja im Jazz nicht ungewöhnlich, dass man vorhandenes Material neu interpretiert. Von Coverversionen lässt sich sinnvoll allenfalls dort sprechen, wo die Originalversion eng mit einem profilierten Interpreten verbunden ist. Das gilt sicher für die Songs von Bob Dylan, nicht aber für alle Titel der CD. Am eindrucksvollsten sind tatsächlich die Stücke, denen die Interpreten einen ganz neuen Charakter verleihen, der sofort auffällt, weil man die Originalversionen im Ohr hat. Das gilt in erster Linie für Patricia Barbers Version des Beatles-Hits "Norwegian Wood" und für Curtis Mayfields "Man's Got Soul", aus dem Caecilie Norby einen veritablen Jazzsong im Stil von "Moanin" macht.
Daneben findet man originelle Fassungen von Bob Marleys "No Woman, No Cry", von Stings "Fragile" (gesungen von Cassandra Wilson) oder von Elvis Costellos "Almost Blue", wobei Costello selbst ja eine enge Affinität zum Jazz hat. Ohnedies sollte man das Unternehmen nicht ideologisch überbewerten. Die ausgewählten Songs haben größtenteils einen Anspruch, der die Unterscheidung von Pop und Jazz obsolet erscheinen lässt.
Thomas Rothschild
V.A.: The Cover Art of Blue Note Vol. 2. Blue Note, 94637475324.
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