In den fünfziger Jahren, zugleich mit dem Rock'n'Roll, erlebte die Skiffle Music ihren Aufstieg. Die Idee war ähnlich wie später beim Punk: Jeder sollte Musik machen können, sie sollte nicht einigen wenigen Profis vorbehalten bleiben. Eine Ukulele, ein Banjo oder zur Not eine Gitarre, ein Waschbrett, das man mit Fingerhüten bearbeitete, und ein Box Bass, aus einer Seifenkiste, einem Besenstiel und einer Schnur, die man mit dem Besenstiel mehr oder weniger spannen und mit der anderen Hand zupfen konnte: fertig war die Skiffle Band. Das Repertoire waren amerikanische Volkslieder oder Negro Spirituals. Das Banjo wurde oft wie beim Blue Grass mit der Technik des Finger Picking gespielt. Und meist klang das fröhlich und unbeschwert, auch wenn man vom "worried man" sang, den ein "worried song" benötigt.
An diese vergangene Skiffle Tradition erinnert die Gruppe Crooked Still, in der Aoife O'Donovan singt und die Gitarre spielt, Rushad Eggleston vor allem das Cello streicht oder auch zupft, Gregory Liszt das Banjo hinzufügt und Corey DiMario den Kontrabass. Die vier haben sich Freunde eingeladen, die weitere Instrumente spielen oder im Hintergrund singen. Das ist wunderbar leichte, unprätentiöse Musik, nicht überproduziert, mit der Freude vorgetragen, wie man sie aus der Folkszene kennt. Das kaum bekannte Signature Sounds Label macht diese Band zugänglich und mit ihr eine echte Entdeckung.
Thomas Rothschild
Crooked Still: Shaken By A Low Sound. Signature Sounds, SIG 2000 (Vertrieb: in-akustik).
Reinhören bei Signature Sounds