von Michael Ebmeyer Andrea Maria Schenkel: Finsterau "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Eli Pariser: Filter Bubble Der FUTTERblog - streng verdaulich! Kennzeichen T - 28.04.2012
Mittwoch, 23. Mai 2012 | 17:23

 

Louis Sclavis: Limparfait des langues

21.02.2007

Rothschild's CD-Tipp:

Die Grammatik des Jazz

Diese Musik lässt keine Gemütlichkeit aufkommen: Irritationen sind eingeplant, manche Stücke brechen ab, noch ehe sie richtig begonnen haben.

 

Keine zwei Stücke des französischen Klarinettisten Louis Sclavis klingen gleich. Bald bedient er sich bei Strukturen der Barockmusik, bald lässt er sich von Folklore beeinflussen, bald nähert er sich dem Free Jazz. Die Vergangenheit der Sprachen, so der doppeldeutige Titel seiner jüngsten CD, ist zugleich das Imperfekte der Sprachen.

Die Spannung zwischen einer strengen "Grammatik" und freier Improvisation wird erhöht durch die Eigenständigkeit der Musiker, die Sclavis zur Seite stehen: Marc Baron am Altsaxophon, Paul Brousseau an Keyboards und Gitarre, Maxime Delpierre an der Gitarre und François Merville am Schlagzeug. Brousseau arbeitet auch mit Samplings und Elektronik, die, wie der bisweilen spröde Gitarrensound, der an Sonny Sharrock erinnert, mit der fast klassizistischen Klarinette, der Bassklarinette oder dem Sopransaxophon von Sclavis kontrastieren. Diese Musik lässt, weniger noch als frühere Aufnahmen von Louis Sclavis, keine Gemütlichkeit aufkommen. Irritationen sind eingeplant, manche Stücke brechen ab, noch ehe sie richtig begonnen haben.

"L'imparfait des langues" ist eine Auftragskomposition für das Festival von Monte Carlo. Ökonomie spielt auch im Jazz eine Rolle. Experimente bedürfen mehr und mehr einer finanziellen Unterstützung. Dass sie sich nicht kaufen lassen, liegt im Wesen des Jazz. Jazz auf Bestellung wäre ein Widerspruch in sich.

Thomas Rothschild


Louis Sclavis: L'imparfait des langues. ECM Records, ECM 1954 (Vertrieb: Universal).
Reinhören bei JazzEcho

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...

Verstaubt ohne Ende

Bullenklatschen ist ein irreführender Titel, aber er provoziert – das ließe sich genauso über den Film sagen. Provozierend das Personal: eine Anarcho-Fete. Jedenfalls ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...

Gegen die Dominanz des Beliebten

Nach Amazon (1997) und Google (2004) geht nun mit Facebook das dritte Internet-Schwergewicht an die Börse. Häufig liegen die drei Unternehmen mit der Entwicklung neuer Techniken ...

»Scheißwald, Scheißnatur, ey!«

Leicht grenzwertig diesmal, möchte man meinen. Setzt das gewöhnliche Schema von Mord, Aufklärung, Festnahme etwa Schimmel an? Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) geht dem Hinweis auf ...