von Michael Ebmeyer Andrea Maria Schenkel: Finsterau David Small: Stiche. Erinnerungen Eli Pariser: Filter Bubble Der FUTTERblog - streng verdaulich! Kennzeichen T - 28.04.2012
Mittwoch, 23. Mai 2012 | 17:25

 

Françoise Hardy: (Parenthèses)

14.03.2007

Rothschild's CD-Tipp:

Die Intimität des Chansons


Der Vortrag ist, ganz im Gegensatz zur Rockmusik, intim, fragil, eher erotisch als sexy.

 

Ja, gibt's die noch? Es gibt sie noch, und sie singt betörend wie eh und je, seit immerhin 45 Jahren. Françoise Hardy hat eine neue CD aufgenommen, und zwar, auf Vorschlag der Plattenfirma Virgin, zwölf Titel (leider nur eine knappe Dreiviertelstunde) mit wechselnden Partnern. Das sind, unter anderem, Alain Delon, Jacques Dutronc, Julio Iglesias, Alain Souchon, Henri Salvador, und alle erwecken sie singend den Eindruck, als wären sie in Françoise Hardy verliebt. Eine Partnerschaft fällt aus dem Rahmen. Françoise Hardy singt einen Walzer von Brahms, und am Klavier sitzt eine Starpianistin, die sich, was die Schönheit betrifft, mit Françoise Hardy messen kann: Hélène Grimaud.

Musikalisch sind die Stücke von unterschiedlicher Qualität. Eine strenge Grenze zwischen Chanson und Schlager lässt sich nicht ziehen. Machen wir uns nichts vor: in deutscher Sprache gesungen kämen einige Titel für das "Chanson" nicht in Frage. Das Chanson ist nicht nur durch seine Form, seine Inhalte - die berühmten "kleinen Dramen" - definiert, sondern auch durch seinen Vortrag. Der ist, jedenfalls bei Françoise Hardy, ganz im Gegensatz zur Rockmusik, intim, fragil, eher erotisch als sexy. Immerhin singt Françoise Hardy hier ein Chanson von Charles Trenet, einem der Giganten des Genres. Zu mehreren anderen Chansons hat sie selbst die Texte geschrieben. Es gibt sie also noch, die Françoise Hardy, und es gibt noch das französische Chanson. Diese Entdeckung hat etwas Tröstliches.

Thomas Rothschild


Françoise Hardy: (Parenthèses…). Virgin, 094635040227 (Vertrieb: EMI).
Reinhören bei Amazon

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...

Verstaubt ohne Ende

Bullenklatschen ist ein irreführender Titel, aber er provoziert – das ließe sich genauso über den Film sagen. Provozierend das Personal: eine Anarcho-Fete. Jedenfalls ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...

Gegen die Dominanz des Beliebten

Nach Amazon (1997) und Google (2004) geht nun mit Facebook das dritte Internet-Schwergewicht an die Börse. Häufig liegen die drei Unternehmen mit der Entwicklung neuer Techniken ...

»Scheißwald, Scheißnatur, ey!«

Leicht grenzwertig diesmal, möchte man meinen. Setzt das gewöhnliche Schema von Mord, Aufklärung, Festnahme etwa Schimmel an? Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) geht dem Hinweis auf ...