Brad Mehldau ist ein Intellektueller unter den Jazzpianisten. Wenn er seine Melodieverläufe auf der Tastatur zusammenklaubt, meint man, ihm beim Nachdenken zuzuhören. Er vermeidet das Vorhersehbare, verzichtet auf unnötiges Beiwerk. Er bevorzugt die klare Linie gegenüber dem vernebelnden Brimborium. Pat Metheny, der alles kann, was man können kann, passt sich mit seiner Gitarre dem Stil Mehldaus an. Zusammen mit Larry Grenadier am Bass und Jeff Ballard am Schlagzeug bilden sie ein kongeniales Quartett, nachdem sie bereits eine Duo-CD eingespielt haben. So beschränken sie sich auf der vorliegenden CD denn auch auf eigene Kompositionen, von denen Metheny sieben und Mehldau drei beigesteuert hat, eine haben sie zusammen geschrieben. Rhythmisch sehr verschieden, sind sie zwar eingängig, aber nicht schlicht. Und wenn es die Verarbeitung ist, was die Qualität von Musik und insbesondere des Jazz ausmacht, dann kann das Ergebnis als erstklassig gelten.
In „Secret Beach“, einem Neunminutenstück von Brad Mehldau, spielt Pat Metheny den Gitarrensynthesizer so, dass man vermeint, eine Trompete zu hören. Hier wird deutlich, dass der Gitarrist sehr präzise Klangvorstellungen hat und umsetzt. Deutlich wird aber zugleich, dass sich der Klang in dieser Combo niemals verselbständigt. Es ist immer noch die musikalische Idee, auf die es ankommt.
Thomas Rothschild
Metheny/Mehldau: Quartet. Nonesuch, 7559-79994-0 (Vertrieb: Warner).
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