Toni Iordache: Sounds From A Bygone Age Vol. 4
03.05.2007
Rothschild's CD-Tipp:
Hackbrett, alias Cymbal
Eine CD wie diese kann ein weiteres Mal vermitteln, wie vielfältig und reich die musikalischen Traditionen Europas waren und trotz allem nach wie vor sind.
Das Cymbal spielt im Konzertsaal kaum eine Rolle. Obwohl es eine lange Geschichte hat, mit dem Cembalo verwandt und im Deutschen unter dem Namen Hackbrett bekannt ist, assoziiert man dieses mit zwei mit Watte umhüllten Holzstäben geschlagene Saitenperkussionsinstrument in erster Linie mit der osteuropäischen Folklore, insbesondere mit ungarischer Zigeunermusik, die in einschlägigen Lokalen das Essen und Trinken untermalt.
In der Edition „Sounds From A Bygone Age”, also “Klänge einer vergangenen Zeit”, kann man nun den rumänischen Cymbalisten Toni Iordache bewundern. Die Stücke, bei denen Iordache zumeist von Akkordeon, Violine, Kontrabass und gelegentlich auch von einer Trompete und Gesang begleitet wird, sind zum größten Teil in auffallend raschem Tempo: die Virtuosität gehört zum Reiz des Cymbals. Einem Cymbalspieler muss man eigentlich zusehen, nicht bloß zuhören. Aber auch eine CD kann ein weiteres Mal vermitteln, wie vielfältig und reich die musikalischen Traditionen Europas waren und trotz allem nach wie vor sind.
Thomas Rothschild
Toni Iordache: Sounds From A Bygone Age Vol. 4. Asphalt Tango, CD-ATR 1307 (Vertrieb: Indigo).