John Mellencamp: Freedoms Road
16.05.2007
Rothschilds CD-Tipp:
Die Amerikaner
Mellencamps Songs haben Drive und Power, seine Stimme ist unvermindert faszinierend
John Mellencamp ist ein Singer Songwriter, der sich, wie viele aus seiner Generation, das Instrumentarium des Rock angeeignet und die Poesie aus den Folkkellern in die großen Konzertsäle und die Stadien gebracht hat. Seine ersten LPs veröffentlichte er unter dem Namen John Cougar, dann unter John Cougar Mellencamp. Er ist immer noch da, und mit seiner neuen CD vermag er durchaus die Jungen das Fürchten zu lehren. Seine Songs haben Drive und Power, seine Stimme ist unvermindert faszinierend. Der dritte Titel, „The Americans“, zitiert musikalisch Bob Dylan und Arlo Guthrie – „Blowin’ In The Wind“ und „City Of New Orleans“, und das ist auch der Kontext, in den man John Mellencamp einordnen darf. Er besingt, in der Tradition von Arlos Vater Woody Guthrie, „sein Land“ Amerika. Seine Songs sind, wie die von Jim Croce oder von Gordon Lightfoot, frei von Pathos. Sie repräsentieren ein Amerika, das es, jenseits vom Nashville-Sound und von Mainstream-Rock, eben auch gibt, ein nachdenkliches, fast lyrisches Amerika ohne Zuckerguss und ohne überarrangierte Perfektion. Sie sind eher kritisch als optimistisch, aber auch nicht aufdringlich in ihrer Botschaft. Und ihre musikalische Schlichtheit ist raffinierter, als es beim ersten Anhören scheinen mag.
Thomas Rothschild
John Mellencamp: Freedom’s Road
Universal Republic 0602517180062